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Chiles Ex-Präsidentin Bachelet: Welt ist bereit für Frau an der Spitze der UNO
Die Welt ist nach den Worte der chilenischen Ex-Präsidentin Michelle Bachelet bereit für die erste Frau an der Spitze der Vereinten Nationen. Es gebe eine "historische Chance" für eine Frau, "durch eine andere Art der Führung einen anderen Beitrag zu leisten", sagte Bachelet, die selbst für den Posten der UN-Generalsekretärin kandidiert, der Nachrichtenagentur AFP.
Die ausgebildete Kinderärztin Bachelet ist überzeugt, dass sie, sollte sie gewählt werden, dafür sorgen könnte, dass die Vereinten Nationen "sich modernisieren und effizienter, effektiver und transparenter werden", wie sie AFP weiter sagte.
In den 80 Jahren seit der Gründung der UNO hat noch nie eine Frau die Vereinten Nationen geleitet. Auch war nur ein einziger Vertreter Lateinamerikas jemals UN-Generalsekretär: Der peruanische Diplomat Javier Pérez de Cuéllar hatte den Posten von 1982 bis 1991 inne.
Gemäß einer nicht immer beachteten Regel wechselt das Generalsekretariat turnusmäßig zwischen den großen Regionen der Welt. Als nächstes ist demnach Lateinamerika an der Reihe. Zudem wurden vermehrt Forderungen laut, dass eine Frau die UNO leiten solle.
Die zweite Amtszeit von UN-Generalsekretär António Guterres läuft Ende 2026 aus. Neben Bachelet kandidieren drei weitere lateinamerikanische Frauen: die Costa-Ricanerin Rebeca Grynspan, Leiterin der UN-Agentur für Handel und Entwicklung (UNCTAD), die mexikanische Umweltministerin Alicia Bárcena und die Regierungschefin von Barbados, Mia Mottley.
Auch der Chef der Atomenergiebehörde IAEA, der Argentinier Rafael Grossi, kandidiert für das Amt des UN-Generalsekretärs. Grossi hatte am Montag eine "aktivere" Rolle der Vereinten Nationen gefordert und erklärt, dass eine "Reform" der Organisation notwendig sei.
Die Sozialistin Bachelet war zweimal Präsidentin von Chile - von 2006 bis 2010 und von 2014 bis 2018. Im September wurde die 74-Jährige vom linksgerichteten Präsidenten Gabriel Boric für das Amt der UN-Generalsekretärin vorgeschlagen.
Am Montag traf Bachelet Chiles ultrarechten künftigen Präsidenten José Antonio Kast, der Mitte Dezember gewählt worden war und Boric ablöst. Nach seinem Amtsantritt am 11. März wird sich entscheiden, ob er Bachelets Kandidatur unterstützt.
Mit Blick auf die wachsenden Spannungen zwischen den USA und Venezuela hält Bachelet eine Vermittlung durch Brasilien und Mexiko für eine Möglichkeit. Es müsse nicht immer die UN-Vollversammlung oder der Sicherheitsrat sein. "Dass es in der Region so einflussreiche Vermittler wie Präsident Lula oder Präsidentin Sheinbaum gibt, könnte eine Lösung sein", sagte sie unter Verweis auf den brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva und Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum.
T.Sanchez--AT