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Inmitten starker Spannungen: Vertreter der USA und Irans führen Atomgespräche im Oman
Vor dem Hintergrund einer drohenden Eskalation zwischen dem Iran und den USA haben Vertreter beider Länder im Oman Gespräche über das iranische Atomprogramm geführt. Vom Außenministerium des Golfstaats veröffentlichte Bilder zeigten am Freitag die Gesandten Washington und Teherans bei getrennten Treffen mit Omans Außenminister Badr bin Hamad al-Busaidi. Die Delegationen der verfeindeten Staaten verhandelten nicht direkt miteinander, sondern über Vermittler des Oman.
Teheran sei darauf vorbereitet, sich gegen "überzogene Forderungen" der USA zu wehren, sagte der iranische Verhandlungsführer, Außenminister Abbas Araghtschi. Die US-Delegation wurde vom Sondergesandten Steve Witkoff geleitet.
Omans Außenministerium bezeichnete die Gespräche als "entscheidend". Im Zentrum der Beratungen in der Hauptstadt Maskat stehe "die Schaffung der notwendigen Grundlagen für die Wiederaufnahme sowohl der diplomatischen als auch der technischen Verhandlungen", erklärte das Ministerium.
Die Gespräche fanden etwa einen Monat nach der gewaltsamen Niederschlagung der jüngsten Protestwelle im Iran mit tausenden getöteten Demonstranten statt. Seitdem hatte Trump den Druck auf Teheran massiv erhöht. Er drohte mit einer Militärintervention und schickte unter anderem den Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" in den Persischen Golf. Die Option eines Militäreinsatzes liege weiterhin auf dem Tisch, betonte die US-Regierung in den vergangenen Tagen mehrfach.
Araghtschi sagte bei einem Treffen mit seinem omanischen Kollegen al-Busaidi, der Iran werde die Mittel der Diplomatie dazu nutzen, seine nationalen Interessen zu wahren. Teheran sei "voll und ganz bereit, die Souveränität und nationale Sicherheit des Landes gegen alle überzogenen Forderungen oder Abenteuerlust" der Vereinigten Staaten zu verteidigen.
Das Land erinnere sich noch gut an das vergangene Jahr, schrieb Araghtschi im Onlinedienst X - wobei er sich auf die Bombardierung iranischer Atomanlagen durch Israel und die USA im Juni bezog.
Iranischen Staatsmedien zufolge gab es keine Anzeichen dafür, dass die Delegationen des Iran und der USA direkt zusammentreffen könnten. Laut dem iranischen Staatsfernsehen übergab bei den indirekten Verhandlungen die iranische Delegation ihre Anliegen zunächst an Omans Außenminister, der sie dann an die US-Vertreter weiterleitete. Zur US-Delegation gehörte auch der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, wie auf den Bildern des omanischen Außenministeriums zu sehen war.
Teheran bestand darauf, dass sich die Gespräche auf die Atomfrage und die Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran beschränken sollten. Die USA und Israel dringen allerdings auch auf die Einstellung von Irans Raketenprogramm.
Westliche Staaten werfen dem Iran seit Jahren vor, nach der Atombombe zu streben - was Teheran bestreitet. Sie werfen Teheran zudem vor, Drohnen und ballistische Raketen an Russland für den Krieg gegen die Ukraine zu liefern. Auch unterstützt der Iran finanziell wie militärisch Israel-feindliche Milizen in der Nahost-Region, darunter die Hisbollah im Libanon, die Hamas im Gazastreifen und die Huthis im Jemen.
Die Zeitung "New York Times" berichtete unter Berufung auf iranische Beamte, das Treffen in Maskat werde sich auf die Atomfrage konzentrieren. Ziel der Gespräche sei es, "einen Rahmen für ein Abkommen zu erarbeiten".
Es handelte sich um die ersten Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran, seit die USA in den zwölftägigen Krieg zwischen ihrem Verbündeten Israel und dem Iran eingegriffen und im Juni drei wichtige iranische Atomanlagen bombardiert hatten.
Trump hatte das internationale Atomabkommen mit dem Iran im Jahr 2018 während seiner ersten Amtszeit einseitig aufgekündigt, weil er es für nicht robust und umfassend genug hielt. Danach ließ er massive Sanktionen gegen den Iran wieder in Kraft setzen. Nach Einschätzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ist der Iran das einzige Land ohne eigene Atomwaffen, das Uran auf 60 Prozent anreichert.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zeigte sich besorgt, dass es zu einer militärischen Eskalation zwischen den USA und dem Iran kommen könnte. "Die Besorgnis ist sehr, sehr hoch", sagte er bei einem Besuch in Abu Dhabi. Alle Gesprächspartner auf seiner Reise durch die Golfstaaten seien "nicht zuletzt aufgrund der engen räumlichen Nähe hoch besorgt".
Saudi-Arabien, Katar und die Emirate seien bemüht, "mit Amerika zusammen zu ermöglichen, dass das Regime in Teheran zur Vernunft kommt", sagte Merz.
P.Smith--AT