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Trump im Fokus neuer Epstein-Akten: Regierung betont seine Unschuld
Von der US-Regierung neu veröffentlichte Akten zu dem gestorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein scheinen Präsident Donald Trump zu belasten. Dazu gehört ein mutmaßlicher Brief Epsteins, in dem dieser Trump nachsagt, er "begrapsche" gerne "junge, attraktive Mädchen". Das US-Justizministerium bestand am Dienstag jedoch auf der Unschuld des Präsidenten und sprach von "unwahren und sensationsheischenden Behauptungen" auf einigen der fast 30.000 Seiten.
Klare Hinweise auf ein kriminelles Verhalten des Präsidenten gibt es in den von AFP eingesehenen Akten nicht, einige der Schriftstücke, Videos und Fotos wirken aber dennoch brisant. Dazu gehört ein handschriftlicher Brief, der Epstein zugeschrieben wird, und den er an Larry Nassar richtete, den früheren Sportarzt der US-Nationalmannschaft der Turnerinnen, der wegen sexuellen Missbrauchs von mehr als 250 Athletinnen im Gefängnis sitzt.
Epstein beschwert sich demnach kurz vor seinem Suizid im August 2019 bei Nassar darüber, dass sie beide wegen Sexualvergehen inhaftiert seien, während "der Präsident unsere Vorliebe für junge, attraktive Mädchen teilt". In dem Brief heißt es über Trump weiter: "Wenn eine junge Schönheit vorbeiging, liebte er es, sie zu 'begrapschen'". Ob das Schreiben wirklich von Epstein stammt, lässt sich nicht überprüfen.
Die neuen Dokumente enthalten zudem eine Notiz der New Yorker Bundesstaatsanwaltschaft vom Januar 2020, die gegen Epsteins Komplizin Ghislaine Maxell ermittelte. Darin heißt es: "Aus den Unterlagen, die wir gestern erhalten haben, geht hervor, dass Donald Trump viel häufiger mit Epsteins Privatjet gereist ist, als bisher berichtet wurde (oder uns bekannt war)."
Das US-Justizministerium zog die Stichhaltigkeit der neuen Akten umgehend in Zweifel: "Einige dieser Dokumente enthalten unwahre und sensationsheischende Behauptungen gegen Präsident Trump, die kurz vor der Wahl 2020 beim FBI eingereicht wurden", schrieb das Ministerium im Onlinedienst X. "Um es klar zu sagen: Die Behauptungen sind unbegründet und falsch, und wenn sie auch nur einen Funken Glaubwürdigkeit hätten, wären sie sicherlich bereits gegen Präsident Trump als Waffe eingesetzt worden." Das Ministerium teilte nicht mit, welche Dokumente es genau beanstandet.
Trump hatte seine Verwicklung in die Epstein-Affäre am Montag erneut heruntergespielt. "Alle waren mit diesem Mann befreundet", sagte er zu Reportern. Nach Trumps eigener Darstellung hatte er sich mit seinem früheren Nachbarn Epstein überworfen, als dieser Mädchen und junge Frauen aus seinem Club Mar-a-Lago in Florida abwarb.
Der bis in höchste Kreise vernetzte Finanzberater und Millionär Epstein war 2019 tot in seiner Gefängniszelle in New York aufgefunden worden, nach offiziellen Angaben beging der verurteilte Sexualstraftäter Suizid. Ihm wurde vor seinem Tod vorgeworfen, mehr als tausend Mädchen und Frauen missbraucht und teils an Prominente weitergereicht zu haben.
Bisher von der Trump-Regierung veröffentlichte Fotos aus den Epstein-Akten hatten vor allem den früheren Präsidenten Bill Clinton von der Demokratischen Partei gezeigt. Auch andere als "links" geltende Prominente waren darauf zu sehen, wie etwa Regisseur Woody Allen, Rolling-Stones-Sänger Mick Jagger oder Microsoft-Gründer Bill Gates. Ein strafbares Verhalten ist in keinem der Fälle zu erkennen.
Grundlage für die Veröffentlichung der Epstein-Akten ist ein vom Kongress gegen Trumps Willen beschlossenes Transparenzgesetz. Obwohl die Frist zur Freigabe nahezu aller Dokumente am vergangenen Freitag auslief, gab die Regierung zunächst nur einen Teil mit zahlreichen Schwärzungen frei. Sie begründete dies mit den hohen Auflagen zum Opferschutz.
Bei der Veröffentlichung kam es zudem zu Ungereimtheiten. Einige Dokumente waren zunächst auf der Website des Justizministeriums zu sehen, verschwanden dann aber vorübergehend wieder. Dazu gehörten auch Fotos, auf denen Trump zu sehen war.
Die oppositionellen Demokraten beschuldigten den Präsidenten, sich mit der verzögerten Aktenfreigabe selbst schützen zu wollen. Der Minderheitsführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, sprach in einem Antrag von "eklatanter Vertuschung" und forderte rechtliche Schritte.
W.Nelson--AT