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Verhandlungen über Gaza-Waffenruhe in Doha fortgesetzt - Katar dämpft Erwartungen
Im Ringen um eine Waffenruhe im Gazastreifen hat in Katar eine neue Verhandlungsrunde begonnen. Die indirekten Gespräche zwischen Israel und der Hamas wurden am Dienstag fortgesetzt. Katar dämpfte die Hoffnung auf einen schnellen Durchbruch, nachdem sich US-Präsident Donald Trump zuversichtlich über eine baldige Einigung geäußert hatte. Die Kämpfe im Gazastreifen dauerten unvermindert an. Bei israelischen Angriffen wurden laut Hamas-Zivilschutz 29 Menschen getötet. Israel meldete den Tod von fünf Soldaten.
Nach Angaben des katarischen Außenministeriums sollte in Doha mit beiden Seiten zunächst über die "Rahmenbedingungen für die Gespräche" beraten werden. Einen Zeitplan für eine mögliche Einigung könne er nicht nennen, sagte Außenamtssprecher Madsched al-Ansari. "Wir brauchen Zeit dafür." Katar ist neben den USA und Ägypten eines der Vermittlerländer.
Ein palästinensischer Vertreter hatte zuvor gesagt, dass es bei der neuen Gesprächsrunde um die Mechanismen zur Umsetzung einer möglichen Waffenruhe, "insbesondere die Klauseln in Bezug auf den Rückzug (der israelischen Armee) und die humanitäre Hilfe" gehen solle. Es sei noch "kein Durchbruch" erzielt worden, sagte ein anderer Palästinenservertreter.
Die indirekten Verhandlungen in Doha waren am Sonntag wieder aufgenommen worden. Auf dem Tisch liegt derzeit ein Vorschlag der internationalen Vermittler für eine 60-tägige Feuerpause.
Trump zeigte sich am Montag zuversichtlich, dass die radikalislamische Hamas zu einer Waffenruhe im Gazastreifen bereit sei. "Sie wollen sich treffen und sie wollen diese Waffenruhe", sagte er zu Beginn eines Abendessens mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu im Weißen Haus.
"Ich glaube nicht, dass es eine Blockade gibt. Ich denke, dass die Dinge sehr gut vorankommen", fügte Trump hinzu. Seine Sprecherin Karoline Leavitt kündigte an, dass der US-Sondergesandte Steve Witkoff im Laufe der Woche zu den Verhandlungen nach Doha reisen werde.
Ein israelischer Regierungsvertreter sagte während Netanjahus Besuch in Washington, der in Doha diskutierte Vorschlag entspreche zu "80 bis 90 Prozent" den israelischen Wünschen. "Ich glaube, dass mit militärischem und politischem Druck alle Geiseln zurückgebracht werden können", sagte er.
Israels rechtsextremer Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir lehnt die Verhandlungen über eine Waffenruhe hingegen ab. Er rief Netanjahu am Dienstag auf, die israelische Delegation aus Doha zurückzurufen. Stattdessen forderte der Minister eine "vollkommene Belagerung" des Gazastreifens, einen militärischen Sieg Israels sowie eine israelische Besiedelung des Palästinensergebiets.
Der israelische Oppositionsführer Jair Lapid forderte hingegen ein Ende des Krieges im Gazastreifen. "Um der Kämpfer willen, um ihrer Familien willen, um der Geiseln willen und um des Staates Israel willen muss dieser Krieg beendet werden", sagte Lapid.
Israels Armee hatte zuvor den Tod von fünf israelischen Soldaten bei Gefechten im Norden des Gazastreifens gemeldet. Seit Kriegsbeginn wurden nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP mindestens 445 israelische Soldaten getötet.
Bei neuen israelischen Angriffen im Gazastreifen wurden am Dienstag nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Zivilschutzes 29 Menschen getötet, unter ihnen drei Kinder.
Trump hat die Beendigung des seit Oktober 2023 andauernden Krieges zu einer seiner außenpolitischen Prioritäten gemacht, Netanjahu hat allerdings die Vernichtung der Hamas zum Ziel der israelischen Strategie erklärt.
Bei dem Abendessen im Weißen Haus zum Auftakt seines Washington-Besuchs schlug Netanjahu Trump für den Friedensnobelpreis vor. "Er schmiedet gerade, während wir hier sprechen, Frieden, in einem Land, einer Region nach der anderen", sagte Netanjahu. Der US-Präsident war im Laufe der Jahre bereits mehrfach von Anhängern und Abgeordneten für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen worden.
Trump macht kein Hehl daraus, wie sehr es ihn ärgert, dass er den Preis bisher noch nicht bekommen hat - etwa für seine Vermittlerrolle in Konflikten zwischen Indien und Pakistan oder Serbien und dem Kosovo oder für seinen Einsatz für die Abraham-Abkommen, durch die in seiner ersten Amtszeit mehrere arabische Staaten ihre Beziehungen zu Israel normalisiert hatten.
Der Krieg im Gazastreifen war durch den Großangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 ausgelöst worden. Dabei wurden nach israelischen Angaben mehr als 1210 Menschen getötet. Von den 251 Geiseln, die damals in den Gazastreifen verschleppt wurden, werden noch 49 in dem Palästinensergebiet festgehalten. Mindestens 27 von ihnen sind nach israelischen Angaben tot.
Als Reaktion auf den Hamas-Angriff geht Israel seither massiv militärisch in dem Küstenstreifen vor. Dabei wurden nach Angaben der Hamas-Behörden mehr als 57.500 Menschen getötet.
D.Lopez--AT