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Taiwans Präsident warnt vor chinesischem Expansionsstreben - Peking nennt ihn "Kriegstreiber"
Taiwans Präsident Lai Ching-te hat für den Fall einer Übernahme der Insel durch China vor weiteren chinesischen Expansionsbestrebungen im asiatisch-pazifischen Raum gewarnt - Peking bezeichnete ihn daraufhin als "Kriegstreiber". Lai sagte in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur AFP, dass China bei einer Einnahme Taiwans noch "aggressiver" werden und als Nächstes Länder in der Region wie Japan und die Philippinen ins Visier nehmen würde.
Lai forderte angesichts der Bedrohung durch China eine stärkere Zusammenarbeit Europas mit Taiwan. "Ich möchte, dass Taiwan und Europa ihre Zusammenarbeit in der Verteidigungsindustrie und Verteidigungstechnologie verstärken", sagte er.
Lais Äußerungen sorgten in Peking für scharfe Kritik. Die Aussagen hätten einmal mehr Lais "hartnäckige" Haltung zur Unabhängigkeit Taiwans gezeigt und bewiesen, dass er ein "Friedensstörer, Krisenverursacher, und Kriegstreiber" sei, sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Lin Jian, bei einer Pressekonferenz.
"Egal, was Lai Ching-te sagt oder tut, es kann nichts an der historischen und rechtlichen Tatsache ändern, dass Taiwan Teil von Chinas Territorium ist", betonte Lin.
China betrachtet das demokratische und selbstverwaltete Taiwan als abtrünnige Provinz, die wieder mit dem Festland vereint werden soll - notfalls mit militärischer Gewalt.
Lai sagte im Gespräch mit AFP auch, dass Taiwan gemeinsam mit Europa an der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) zusammenarbeiten wolle. Ziel sei es, "eine Ära umfassender intelligenter Transformation einzuleiten", sagte Lai in seinem ersten Interview mit einer internationalen Nachrichtenagentur seit seinem Amtsantritt 2024. Taiwan ist einer der bedeutendsten Hersteller von Chips, die auch bei der Entwicklung von KI eine wichtige Rolle spielen.
Taiwan ist mit den USA verbündet. Zuletzt kamen jedoch Zweifel an der Bereitschaft der Vereinigten Staaten auf, die Insel im Falle eines chinesischen Angriffs zu verteidigen.
Auch auf Lais Streben nach einer stärkeren Kooperation mit Europa reagierte Peking mit Kritik. Eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Taiwan und Europa als Mittel der Verteidigung der Insel sei zwecklos, sagte der chinesische Außenamtssprecher. Beim Streben nach Unabhängigkeit auf ausländische Unterstützung zu setzen und "Gewalt anzuwenden, um eine Wiedervereinigung zu verhindern", sei "reiner Wahnsinn und zum Scheitern verurteilt", sagte Lin.
N.Walker--AT