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Paris bietet Hilfe Frankreichs und der EU bei Hilfsgüter-Verteilung im Gazastreifen an
Die Regierung in Paris hat die Hilfe Frankreichs und der Europäischen Union bei der Verteilung von Hilfsgütern im Gazastreifen angeboten. Sein Land stehe "bereit, ebenso Europa, um zur Sicherheit der Lebensmittelverteilung beizutragen", sagte der französische Außenminister Jean-Noël Barrot am Samstag dem Nachrichtensender LCI. Bei einer derartigen Initiative würden auch die Sorgen der israelischen Regierung berücksichtigt, dass bewaffnete Gruppen im Gazastreifen "diese humanitäre Hilfe veruntreuen".
Wie die Unterstützung Frankreichs und der EU konkret aussehen könnte, führte Barrot nicht aus. Frankreichs Chefdiplomat brachte in dem Interview seine "Wut" zum Ausdruck, dass in den vergangenen Wochen bereits 500 Menschen bei der Verteilung von Hilfsgütern im Gazastreifen ihr Leben verloren hätten.
Israel hatte Anfang März eine Blockade für Hilfslieferungen in den Gazastreifen verhängt. Erst Ende Mai wurde die Blockade teilweise wieder aufgehoben. Die neu gegründete Hilfsorganisation GHF, die von den USA unterstützt wird, nahm daraufhin ihre Arbeit auf und eröffnete vier Verteilzentren im Süden und im Zentrum des Palästinensergebiets.
Die UNO und große Hilfsorganisationen verweigern die Kooperation mit der Stiftung. Sie werfen ihr vor, sich nach den Plänen der israelischen Armee auszurichten und damit gegen grundlegende humanitäre Prinzipien zu verstoßen. An den Verteilzentren kommt es zudem immer wieder zu Chaos und Gewalt.
Seit Ende Mai wurden nach Angaben des von der radikalislamischen Hamas geführten Gesundheitsministeriums mehr als 500 Menschen in der Nähe von Hilfszentren getötet und mehr als 4000 weitere verletzt. Am Samstag sprach der von der Hamas kontrollierte Zivilschutz von 37 Toten durch Angriffe und Schüsse der israelischen Armee, davon zwei durch Schüsse auf Menschen, die auf Hilfsgüter warteten.
Die israelische Armee erklärte auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP, sie überprüfe diese Angaben. Wegen des eingeschränkten Zugangs zum Gazastreifen lassen sich derartige Angaben kaum unabhängig überprüfen.
Nach der Waffenruhe nach dem zwölftägigen Krieg zwischen Israel und dem Hamas-Verbündeten Iran hat der Generalstabschef der israelischen Armee, Eyal Zamir, angekündigt, die Armee werde sich nun wieder auf den Gazastreifen konzentrieren, um die dortigen aus Israel verschleppten Geiseln heimzuholen und die Hamas zu zerschlagen.
Der Krieg im Gazastreifen war durch den brutalen Großangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 ausgelöst worden. Dabei wurden nach israelischen Angaben mehr als 1210 Menschen getötet, 251 Menschen wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Davon werden noch immer 49 von den Islamisten als Geiseln festgehalten, mindestens 27 von ihnen sind nach Angaben der israelischen Armee tot.
G.P.Martin--AT