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TV-Prognose: BNP liegt bei Parlamentswahlen in Bangladesch weit vorn
Bei den Parlamentswahlen in Bangladesch hat sich ersten TV-Prognosen zufolge ein eindeutiger Sieg der Bangladesh Nationalist Party (BNP) abgezeichnet. Mehrere bangladeschische Sender berichteten am Freitagmorgen, die BNP hätte eine große Mehrheit der abgegebenen Stimmen erhalten. Den bangladeschischen Sendern Jamuna und Somoy zufolge kam die Partei auf 197 von 300 zu vergebenen Sitzen.
Der Sprecher des BNP-Wahlkomitees sagte vor Journalisten, die Partei werde eine Zwei-Drittel-Mehrheit erzielen und die nächste Regierung Bangladeschs bilden. Der BNP-Kandidat für das Amt des Regierungschefs, Tarique Rahman, habe "beide Sitze" gewonnen, für die er kandidiert habe, sagte Sprecher Mahdi Amin.
Der hochrangige BNP-Politiker Ruhul Kabir Rizvi sprach in einer Erklärung seiner Partei von einem "durchschlagenden Sieg". Zugleich betonte er, es werde keine öffentlichen Feierlichkeiten geben. Stattdessen rief er Anhänger auf, im Gebet für den Wahlsieg zu danken.
Die Islamisten der Partei Jamaat-e-Islami kamen den TV-Prognosen zufolge auf 63 Sitze. Das entspricht zwar einer deutlichen Verbesserung gegenüber früheren Wahlergebnissen, ist jedoch ein deutlich geringerer Stimmenanteil, als die Islamisten sich erhofft hatten.
Die Wahlkommission des südasiatischen Landes hat bislang keine offiziellen Ergebnisse veröffentlicht. Sie sollen am späten Freitagmorgen (Ortszeit) bekanntgegeben werden.
Am Donnerstag waren in Bangladesch erstmals nach dem Sturz der langjährigen Regierungschefin Scheich Hasina 2024 Parlamentswahlen abgehalten worden. Wahlberechtigt waren rund 127 Millionen Menschen, 44 Prozent von ihnen jünger als 37 Jahre.
Neben der Parlamentswahl fand eine Volksabstimmung über wegweisende politische Reformen in dem mehrheitlich muslimischen Land statt. Laut Interims-Regierungschef Muhammad Yunus ist es das Ziel der Verfassungsreformen, die Rückkehr einer autokratischen Einparteienherrschaft zu verhindern.
Das umfangreiche Reformprojekt, über das die Menschen in einer Volksabstimmung entschieden, ist als "Juli-Charta" bekannt. Es sieht die zeitliche Beschränkung der Amtszeit des Regierungschefs vor. Zudem sind die Schaffung eines Oberhauses des Parlaments und eine größere Unabhängigkeit der Justiz geplant. Ersten TV-Prognosen zufolge stimmten die Wähler der Reform zu.
Hasina hatte das südasiatische Land 15 Jahre lang mit harter Hand regiert. Beim gewaltsamen Vorgehen ihrer Regierung gegen von Studierenden angeführte Proteste im Sommer 2024 wurden nach UN-Angaben rund 1400 Menschen getötet. Hasina floh schließlich im August 2024 per Hubschrauber nach Indien, wo sie untergetaucht ist. Im November wurde Hasina von einem Gericht in Dhaka wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Abwesenheit zum Tode verurteilt.
R.Lee--AT