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IAB: Syrische Geflüchtete arbeiten häufig in systemrelevanten Berufen
Mit dem Sturz des syrischen Machthabers Baschar al-Assad hat eine Debatte über eine Rückkehr syrischer Geflüchteter begonnen - hierzulande würden sie laut der Bundesarbeitsagentur (BA) dann vor allem in Mangelberufen und systemrelevanten Berufen fehlen. "Die starke Konzentration syrischer Geflüchteter in Mangel- und systemrelevanten Berufen wie im Gesundheitswesen, im Transport- und Logistikbereich und ausgewählten Produktionsbereichen hat arbeitsmarktpolitische Bedeutung", teilte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der BA am Freitag mit.
Dem IAB zufolge arbeiteten zuletzt 62 Prozent der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Syrerinnen und Syrer hierzulande in systemrelevanten Berufen, dazu gehören etwa das Gesundheitswesen, der Bereich Transport und Logistik oder die Nahrungsmittelproduktion. Bei den deutschen Beschäftigten waren es 48 Prozent. Viele der Tätigkeitsfelder, in denen syrische Geflüchtete arbeiten, sind laut IAB zudem Mangelberufe, wo eine hohe Nachfrage nach Arbeitskräften auf ein geringes Angebot trifft.
Aufgeschlüsselt nach Geschlechtern gab das IAB an, dass Syrer vor allem in Verkehrs- und Logistikberufen (22 Prozent), Fertigungs- und fertigungstechnischen Berufen (zusammen 21 Prozent) und im Lebensmittel- und Gastgewerbe (14 Prozent) tätig sind. Syrerinnen arbeiten demnach vorrangig im Bereich soziale und kulturelle Dienstleistungen (28 Prozent), im Gesundheitswesen (18 Prozent) und ebenfalls im Lebensmittel- und Gastgewerbe (17 Prozent).
Insgesamt waren im September den Angaben zufolge 287.000 syrische Staatsangehörige in Deutschland beschäftigt, davon 82 Prozent sozialversicherungspflichtig. Die durchschnittliche Beschäftigungsquote betrug damit 42 Prozent. Der Anteil syrischer Beschäftigter an der Gesamtbeschäftigung hierzulande lag zuletzt bei etwa 0,6 Prozent, unter Berücksichtigung der eingebürgerten Beschäftigten waren es etwa 0,8 Prozent.
"Ein Wegfall dieses Potenzials durch Rückkehrmigration wäre zwar auf gesamtwirtschaftlicher Ebene nicht dramatisch, könnte aber regional und branchenspezifisch durchaus spürbare Auswirkungen haben", warnte IAB-Forscherin Yuliya Kosyakova. Das gelte vor allem in jenen Branchen, Tätigkeitsfeldern und Regionen, die bereits heute unter Arbeitskräftemangel litten.
Zuletzt hatten etwa Ärzte und Pflegeverbände angesichts der Debatte über die Rückkehr von syrischen Geflüchteten in ihre Heimat vor Versorgungslücken gewarnt. "In ländlichen Regionen halten syrische Ärztinnen und Ärzte die Versorgung in Krankenhäusern aufrecht, ohne sie wird es eng", sagte Michael Weber, Präsident des Verbandes leitender Krankenärztinnen und -ärzten, der "Bild"-Zeitung vom Freitag.
K.Hill--AT