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USA arbeiten "rund um die Uhr" an Ende der Gewaltspirale in Nahost
Eine Woche nach dem Tod zweier hochrangiger Hamas- und Hisbollah-Verantwortlicher bemühen sich die USA intensiv darum, eine weitere Eskalation der Lage in Nahost zu verhindern. Sein Land arbeite "rund um die Uhr" an einer Beruhigung der Lage, sagte US-Außenminister Antony Blinken am Montag (Ortszeit) in Washington. Am Dienstag wurden im Südlibanon bei einem Angriff der israelischen Armee nach libanesischen Angaben fünf Hisbollah-Kämpfer getötet, die schiitische Miliz nahm den Norden Israels unter Beschuss.
In Washington hatte US-Präsident Joe Biden am Montag nach Angaben des Weißen Hauses mit seinem nationalen Sicherheitsteam über "die Entwicklungen im Nahen Osten" beraten. An dem Treffen nahm auch Vizepräsidentin Kamala Harris teil. Zuvor hatte Biden mit König Abdullah II. von Jordanien telefoniert und Blinken mit dem Regierungschef Katars sowie dem ägyptischen Außenminister. Die beiden Länder gelten als wichtige Vermittler in der Region.
Der Iran hatte nach dem Israel zugeschriebenen tödlichen Angriff auf Hamas-Chef Ismail Hanija in Teheran in der vergangenen Woche mit Vergeltung gedroht. Der iranische Außenministeriumssprecher Nasser Kanani hatte zu Wochenbeginn bekräftigt, sein Land habe "das unanfechtbare Recht, unsere nationale Sicherheit, Souveränität und territoriale Integrität zu verteidigen".
Israel hatte die Tötung von Hanija nicht kommentiert. Teheran macht das Land aber dafür verantwortlich, der geistliche Führer Ayatollah Ali Chamenei drohte mit einer "harschen Bestrafung".
Wenige Stunden vor der Tötung Hanijas hatte Israel auch Fuad Schukr und damit den ranghöchsten Kommandeur der vom Iran unterstützten Hisbollah im Libanon getötet. Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah kündigte daraufhin "eine neue Phase an allen Unterstützungsfronten" gegen Israel an. Für Dienstagnachmittag - eine Woche nach der Tötung Schukrs - wurde eine Fernsehansprache Nasrallahs erwartet.
Für Mittwoch war ein Treffen der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIZ) auf Antrag "Palästinas und des Iran" geplant. Erklärtes Ziel des OIZ-Treffens war es einem Verantwortlichen der Organisation zufolge, zu einer "einheitlichen islamischen Position" in der Region zu finden.
Israel nahm unterdessen nach Angaben des libanesischen Innenministeriums ein Haus in der Ortschaft Majfadun im Süden des Landes unter Beschuss, dabei seien fünf Menschen getötet worden. Aus Sicherheitskreisen verlautete, alle fünf seien Kämpfer der pro-iranischen Hisbollah gewesen.
Die Miliz verkündete ihrerseits mehrere Angriffe auf israelisches Gebiet. Unter anderem sei eine Kaserne nördlich der Küstenstadt Akko mit einer mit Sprengstoff beladenen Drohne beschossen worden. Dem israelischen Rettungsdienst Magen David Adom zufolge wurde dabei durch umherfliegende Splitter ein 30-jähriger Mann schwer und eine gleichaltrige Frau leicht bis mittelschwer verletzt. Beiden würden im Krankenhaus der nahegelegenen Stadt Naharija behandelt.
Die Hisbollah sprach von Vergeltung für einen Angriff auf die südlibanesische Ortschaft Ebba, bei der laut israelischem Militär ein Kommandeur der Hisbollah-Eliteeinheit Al-Radwan getötet worden war.
Seit Beginn des Krieges zwischen Israel und der mit der Hisbollah verbündeten, islamistischen Hamas gibt es auch im Grenzgebiet zwischen dem Norden Israels und dem Libanon fast täglich Gefechte. Dabei wurden israelischen Angaben zufolge auf israelischer Seite 22 Soldaten und 25 Zivilisten getötet. Nach AFP-Zählungen wurden auf libanesischer Seite 555 Menschen getötet, die meisten von ihnen Hisbollah-Kämpfer, aber auch mindestens 116 Zivilisten.
Am Montag war zudem im Irak ein Stützpunkt der von den USA angeführten internationalen Militärkoalition im Land angegriffen worden. Ein Kommandeur einer pro-iranischen Miliz sprach gegenüber AFP von mindestens zwei Raketen, mehrere US-Kräfte wurden nach Angaben aus Washington verletzt.
Angesichts der äußerst angespannten Lage verlängerten unterdessen die französischen Fluggesellschaften Air France und Transavia France die Aussetzung ihrer Flüge von Paris in die libanesische Hauptstadt Beirut. Der seit 29. Juli andauernde Stopp wurde nach Angaben von Air France zunächst bis Donnerstag verlängert, danach werde die "Lage vor Ort" erneut ausgewertet. Zahlreiche weitere Fluggesellschaften hatten ihre Flüge nach Beirut ausgesetzt, die Lufthansa hat dies bislang bis zum 12. August getan.
Die israelische Armee setzte unterdessen in ihrem Krieg gegen die islamistische Palästinenserorganisation Hamas ihre Luftangriffe im Gazastreifen fort. Nach Beobachtung von AFP-Journalisten wurden dabei insbesondere mehrere Viertel der Stadt Gaza unter Beschuss genommen. Medizinischem Personal einer Klinik in Deir al-Balah zufolge wurde bei einem Drohnenangriff ein Mensch getötet.
Israel geht seit dem beispiellosen Großangriff der Hamas am 7. Oktober massiv militärisch im Gazastreifen vor. Bei dem Angriff der Hamas waren nach israelischen Angaben 1197 Menschen getötet und 251 als Geiseln verschleppt worden. 111 Menschen werden immer noch im Gazastreifen festgehalten, 39 von ihnen gelten nach offizieller Einschätzung als tot.
Nach jüngsten Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, wurden bei israelischen Angriffen im Gazastreifen seither mehr als 39.650 Menschen getötet.
E.Flores--AT