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Frankreich ruft Botschafter aus Burkina Faso zu Beratungen zurück
Einen Tag nach der offiziellen Ankündigung des Rückzugs der französischen Soldaten aus Burkina Faso hat Frankreich seinen Botschafter aus Ouagadougou zu Beratungen nach Paris zurückgerufen. Die sei "im Zusammenhang mit den jüngsten Entwicklungen" geschehen und solle dazu dienen "über Perspektiven der Zusammenarbeit zu beraten".
Der Rückruf eines Botschafters ist üblicherweise ein Zeichen einer massiven diplomatischen Krise. Frankreich hatte am Vortag bekannt gegeben, dass Burkina Faso das Abkommen über die Präsenz französischer Soldaten im Land offiziell aufgekündigt habe. Die etwa 400 französischen Soldaten sollten demnach fristgemäß innerhalb eines Monats abgezogen werden.
Im Hintergrund stehen eine zunehmende antifranzösische Stimmung und die Zusammenarbeit mehrerer westafrikanischer Staaten mit Söldnern der russischen Wagner-Gruppe. Burkina Faso hatte sich zuletzt offen für eine Annäherung an Russland ausgesprochen.
Hinzu kommt, dass die im September durch einen Putsch an die Macht gekommene Militärjunta bereits im Dezember die Ablösung des französischen Botschafters verlangt hatte. Frankreich hatte ihn zunächst im Amt gelassen. Die französischen Staatssekretärin Chrysoula Zacharopoulou hatte vor etwa zwei Wochen bei einem Besuch in Ouagadougou vergeblich versucht, die Wogen zu glätten.
"Frankreich will sich nicht aufdrängen, ist aber bereit, gemeinsam die Zukunft zu planen", sagte sie. Laut diplomatischen Kreisen hatte sie die burkinische Übergangsregierung aber auch "deutlich auf die Konsequenzen verwiesen", die eine Hinwendung zu Russland nach sich ziehen würde. Burkina Faso hat zwischen 2011 und 2021 etwa eine Milliarde Euro an finanzieller Unterstützung aus Frankreich erhalten.
Die französischen Soldaten sollen voraussichtlich ins benachbarte Niger verlegt werden, wo bereits 2000 französische Soldaten stationiert sind. Niger gilt als einer der letzten verbündeten Staaten Frankreichs in der Region.
In Burkina Faso waren französischen Soldaten seit 2009 unter dem Namen "Sabre" (Schwert) im Einsatz. Auslöser der Mission waren mehrere Geiselnahmen und ein Anschlag auf die französische Botschaft in Mauretanien. In den vergangenen Jahren bekämpften die französischen Soldaten verschiedene dschihadistische Gruppen und töteten mehrere ihrer Anführer.
E.Flores--AT