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Studie: Ein Drittel der Franzosen und Deutschen sehen Beziehungen verschlechtert
Kurz vor dem 60. Jahrestag des deutsch-französischen Freundschaftsvertrags meint gut ein Drittel der Deutschen und Franzosen, dass sich die Beziehungen zwischen beiden Ländern verschlechtert hätten. In Frankreich seien 34 Prozent dieser Meinung, in Deutschland sogar 36 Prozent, heißt es in einer von der Heinrich-Böll-Stiftung am Dienstag in Paris veröffentlichten Studie.
Die relative Mehrheit von 39 Prozent der Franzosen und 40 Prozent der Deutschen hingegen hält die Beziehungen für unverändert. Die Vorstellung, dass ein "deutsch-französischer Motor" für die Europäische Union notwendig sei, ist demnach auf beiden Seiten des Rheins noch sehr stark verankert: In beiden Ländern meinen 81 Prozent der Befragten, dass dies "sehr wichtig" oder "wichtig" sei. Allerdings nimmt die Zustimmung bei jüngeren Menschen ab, vor allem in Frankreich. Dort halten nur noch 67 Prozent der 18- bis 24-Jährigen den deutsch-französischen Motor für wichtig. In Deutschland sind es in dieser Altersgruppe 79 Prozent.
Bei den Prioritäten für die Zusammenarbeit sind sich Franzosen und Deutsche einig: Die Energiekrise, Verteidigung und Sicherheit liegen vorn. Für Deutsche kommt an dritter Stelle die Stärkung der EU auf der internationalen Bühne, für Franzosen ist es der wirtschaftliche und handelspolitische Schutz. Die Klimakrise kommt in beiden Ländern erst auf Platz vier der genannten Prioritäten.
Die den Grünen nahestehende Böll-Stiftung hat sich insbesondere zur Haltung zu umweltpolitischen Themen erkundigt und dabei überraschende Ergebnisse erzielt. Anders als manche französische Politiker es darstellen, sind 72 Prozent der Franzosen für den Bau neuer Windparks. Zwei Drittel befürworten dies sogar in der einem Umkreis von 30 Kilometern um ihren Wohnort.
Um den ökologischen Wandel zu beschleunigen, hat für 68 Prozent der Deutschen der Ausbau erneuerbarer Energien Priorität. Bei den Franzosen sind es nur 49 Prozent. Die Gebäudesanierung und eine umweltfreundlichere Landwirtschaft liegen dort mit je 51 Prozent vorn - bei dieser Frage konnten bis zu drei Prioritäten genannt werden.
T.Perez--AT