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London kündigt Lieferung von 14 schweren Kampfpanzern an Kiew an
Inmitten einer neuen russischen Angriffswelle auf wichtige Infrastruktur in der Ukraine hat Großbritannien die Lieferung von 14 schweren Kampfpanzern an Kiew angekündigt. Die Bereitstellung der Panzer vom Typ Challenger 2 sowie zusätzlicher Artilleriesysteme solle der ukrainischen Armee dabei helfen, "die russischen Truppen zurückzudrängen", sagte Premierminister Rishi Sunak am Samstag. Bei den russischen Angriffen wurden nach Angaben des örtlichen Gouverneurs im ostukrainischen Dnipro mindestens 12 Menschen getötet.
Sunak kündigte die Lieferung der Panzer in einem Telefongespräch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj an. Großbritannien ist damit das erste Land, das der Ukraine schwere Kampfpanzer liefert.
Selenskyj begrüßte die britische Entscheidung. Sie werde nicht nur die Ukraine "auf dem Schlachtfeld stärken", sondern sende auch "das richtige Signal an andere Partner", schrieb er auf Twitter. Moskau warnte nach der Ankündigung aus London, ein solcher Schritt werde den Konflikt nur "intensivieren".
Die Panzer würden in den kommenden Wochen in der Ukraine eintreffen, erklärte der britische Amtssitz des Premierministers in Downing Street 10. Schon in den kommenden Tagen werde Großbritannien damit beginnen, ukrainische Soldaten an den Panzern und den Artilleriesystemen auszubilden.
Durch die Zusage Sunaks wächst der Druck auf Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), ebenfalls Kampfpanzer in die Ukraine zu schicken. Polen hatte am Mittwoch seine Bereitschaft erklärt, der Ukraine im Rahmen einer internationalen Koalition 14 Leopard 2-Kampfpanzer bereitzustellen. Dafür wäre allerdings eine Genehmigung vom Herstellerland Deutschland nötig.
Vergangene Woche hatten Frankreich, Deutschland und die USA die Entsendung von 40 deutschen Marder-Schützenpanzern, 50 Bradley-Schützenpanzern sowie französischen Panzern vom Typ AMX-10 RC - leichte Kampfpanzer - zugesagt. Weitere Lieferungen könnten am kommenden Freitag beim nächsten Treffen der Verbündeten der Ukraine in Ramstein zugesagt werden.
Aus der Ukraine, wo am Samstag das orthodoxe Neujahr gefeiert wurde, wurden unterdessen erneut russische Raketenangriffe in mehreren Teilen des Landes gemeldet. Dabei wurde laut Kiew in der ostukrainischen Stadt Dnipro auch ein neunstöckiges Wohnhaus getroffen. Mindestens zwölf Menschen seien dabei gestorben, darunter eine 15-Jährige, erklärte der Gouverneur der Region Dnipropetrowsk, Walentyn Resnitschenko im Onlinedienst Telegram.
Resnitschenko schrieb überdies von 64 Verletzten. Darunter seien sieben Kinder, das jüngste von ihnen drei Jahre alt. "Das Schicksal von 26 Menschen ist noch unbekannt", fügte er hinzu.
Etwas weiter südlich in der Stadt Krywyji Rih wurde nach offiziellen Angaben ein Mensch beim Beschuss eines weiteren Wohnhauses getötet. Hier gab es demnach einen Verletzten.
Selenskyj erklärte, es sei noch unklar, wieviele Menschen noch unter den Trümmern begraben seien. Der Präsidentenberater Mychailo Podoljak forderte, Russland müsse "sofort aus dem UN-Sicherheitsrat ausgeschlossen werden".
Der ukrainische Energieminister German Galuschenko erklärte, nach der neuen russischen Angriffswelle sei es in den "meisten Regionen" des Landes zu Notabschaltungen des Stromnetzes gekommen. Die Angriffe hätten die Regionen Charkiw, Lwiw, Iwano-Frankiwsk, Saporischschja, Winnyzia und Kiew getroffen, schrieb Galuschenko auf Facebook.
Der staatliche Stromversorger Ukrenergo erklärte,vor allem in den Regionen Charkiw und Lwiw sei die Lage "kompliziert". Die Angriffe hätten die Stromversorgung dort teilweise lahmgelegt. Nach Selenskyjs Angaben hat die Ukraine 20 von mehr als 30 abgefeuerten russischen Raketen abschießen können.
Die Ukraine widersprach am Samstag erneut der Darstellung Russlands, wonach die ostukrainische Kleinstadt Soledar von russischen Truppen erobert worden sei. "Soledar wird von den ukrainischen Behörden kontrolliert, unser Militär kontrolliert es", sagte Regionalgouverneur Pawlo Kyrylenko im Staatsfernsehen. Es gebe weiterhin Kämpfe "in und außerhalb der Stadt".
E.Flores--AT