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Rinder-Virus: Französische Bauern protestieren gegen das Keulen von Herden
In Frankreich mehreren sich Proteste gegen das Keulen ganzer Rinderherden, das die Ausbreitung einer hoch ansteckenden Viruskrankheit verhindern soll. Mehr als 200 Abgeordnete und Bürgermeister demonstrierten am Montag in der südwestfranzösischen Stadt Foix und forderten eine Anpassung der geltenden Vorschriften. Sie forderten "eine gezieltes Keulen infizierter Tiere", um die Verluste zu begrenzen. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums wurden bislang mindestens 3000 Rinder getötet, um die Ansteckung mit der Knötchenkrankheit zu verhindern.
Am Freitag hatten Sicherheitskräfte eingegriffen, um das Keulen einer Herde von gut 200 Kühen in der Gemeinde Les Bordes-sur-Arize abzusichern. Dort war es zu Zwischenfällen gekommen, als Landwirte versuchten, die Maßnahme zu verhindern.
In der Nähe von Toulouse blockieren aufgebrachte Rinderzüchter seit Freitag eine vielbefahrene Schnellstraße. Auch an anderen Orten kam es zu Protestaktionen.
Landwirtschaftsministerin Annie Genevard wollte am Montagnachmittag in Toulouse eine Impfkampagne auf den Weg bringen, um in der betroffenen Region im Südwesten Frankreichs etwa eine Million Rinder gegen die Krankheit zu schützen. Sie schloss nicht aus, das Protokoll zur Bekämpfung der Krankheit anzupassen, wenn es dazu eine wissenschaftlich untermauerte Empfehlung gebe.
Derzeit müssen Rinderzüchter, in deren Herde ein Fall nachgewiesen ist, den gesamten Bestand keulen lassen. Dagegen protestieren die Bauernverbände, aber auch linkspopulistische Politiker.
"Alle sind sich einig, dass kranke Tiere gekeult werden müssen. Aber wir sind dagegen, ganze Herden zu töten. Es braucht Jahre, eine um eine Herde aufzubauen", erklärt etwa Christophe Guénon, Züchter in Léognan im Westen Frankreichs.
Die Knötchenkrankheit ist eine Virusinfektion, die durch blutsaugende Insekten übertragen wird und die Tiere schwächt. Ein Teil der Rinder stirbt daran. Die Krankheit ist für Menschen nicht gefährlich, kann aber beträchtliche wirtschaftliche Verluste nach sich ziehen.
In der zweiten Jahreshälfte sind in Frankreich mehr als 100 Fälle gemeldet worden, zunächst im Osten des Landes. Dort stieß das Keulen der Herden auf weniger Widerstand. "Wir haben gekeult, um den Bestand der anderen zu retten", sagt der Rinderzüchter François Pernet-Coudrier Val-de-Chaise, der 53 Milchkühe verloren hat. "Man muss gemeinsam handeln", fügte er hinzu.
Nach Angaben des Ministeriums werden die betroffenen Bauern für die gekeulten Tiere enschädigt.
T.Sanchez--AT