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Anwalt: US-Justizministerium hat frühere Epstein-Komplizin Maxwell befragt
In der Affäre um den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hat der stellvertretende US-Justizminister Todd Blanche am Donnerstag Epsteins frühere Komplizin Ghislaine Maxwell befragt. Maxwell habe während eines Treffens mit Blanche in einem Gerichtsgebäude in Tallahassee im US-Bundesstaat Florida alle ihr gestellten Fragen beantwortet, erklärte Maxwells Anwalt David Markus.
Die Befragung habe einen ganzen Tag lang gedauert und Blanche habe viele Fragen gestellt, sagte Markus vor Journalisten. "Sie hat sich nie geweigert, zu antworten. Sie hat alle Fragen wahrheitsgemäß, ehrlich und nach bestem Wissen und Gewissen beantwortet", fügte er hinzu. Er werde sich nicht zum "Inhalt" des Treffens mit Blanche äußern, sagte der Anwalt weiter.
Maxwell war Ende 2021 als Mitglied eines Sexhandelsrings um Epstein verurteilt worden und verbüßt derzeit in Florida eine 20-jährige Haftstrafe.
Zuvor hatte Blanche bei X angekündigt, das Justizministerium werde sich mit der Frage "Was wissen Sie?" an Maxwell wenden. Wenn Maxwell "Informationen über Personen hat, die Verbrechen begangen haben, werden das FBI und das Justizministerium sich anhören, was sie zu sagen hat", erklärte Blanche, der früher ein persönlicher Anwalt von US-Präsident Donald Trump war.
Trump ist im Zusammenhang mit dem Fall Epstein im eigenen Lager unter Druck geraten, weil seine Regierung nicht wie versprochen Licht in den Skandal gebracht hat. Dem US-Investmentbanker wurde vorgeworfen, zahlreiche Mädchen und junge Frauen missbraucht und Prominenten zugeführt zu haben. Der Milliardär wurde 2019 erhängt in seiner Gefängniszelle in New York aufgefunden.
Trumps Justizministerin Pam Bondi hatte zunächst von einer Liste prominenter "Kunden" Epsteins gesprochen, deren Existenz Anfang Juli dann aber bestritten. Um den darauf folgenden Aufruhr seiner Anhänger zu beruhigen, hatte Trump in der vergangenen Woche die Offenlegung juristischer Dokumente in dem Fall in Aussicht gestellt. Diese ist bisher nicht erfolgt. Auch Fragen zu seinem eigenen, früher engen Verhältnis zu Epstein ließ Trump unbeantwortet. Die Befragung Maxwells war ein weiterer Schritt im Bemühen der Trump-Regierung, die wütenden Anhänger zu besänftigen.
Ch.P.Lewis--AT