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Fieberhafte Suche nach Täter nach Schusswaffenangriff mit 18 Toten in Maine
Beim bislang tödlichsten Schusswaffenangriff in den USA in diesem Jahr hat ein Mann im Bundesstaat Maine mindestens 18 Menschen erschossen. Wie Gouverneurin Janet Mills am Donnerstag sagte, wurden 13 weitere Menschen verletzt, als der mit einem halbautomatischen Gewehr bewaffnete Angreifer in der Stadt Lewiston in einem Bowlingcenter und in einer Bar das Feuer eröffnete. Hunderte Polizisten fahndeten nach dem flüchtigen Schützen.
Gouverneurin Mills warnte, der 40-jährige Robert Card sei "bewaffnet und gefährlich". Sie betonte: "Die Menschen in Maine sollten sich ihm unter keinen Umständen nähern." Die Behörden riefen die Bevölkerung auf, ihre Häuser nicht zu verlassen, Schulen und Geschäfte blieben geschlossen.
Das Motiv des Angreifers - ein Schusswaffenausbilder und Reservist bei der US-Armee - war zunächst unklar. Medienberichten zufolge soll er unter psychischen Problemen gelitten haben.
Augenzeugen berichteten nach dem Schusswaffenangriff vom Mittwochabend in der 36.000-Einwohner-Stadt im Nordosten der USA von schockierenden Szenen. Die Überlebende Riley Dumont sagte dem Sender ABC, sie und ihre Familie seien in eine Ecke des Bowlingcenters gerannt und hätten sich hinter Tischen und einer Bank versteckt. "Ich lag auf meiner Tochter, meine Mutter lag auf mir. Es hat sich angefühlt, als würde es ewig dauern." Die Menschen hätten "geschluchzt und geweint".
Ein weiterer Überlebender sagte, er habe die Schüsse zunächst für einen platzenden Luftballon gehalten. "Als ich mich umgedreht und gesehen habe, dass es kein Luftballon war und er (der Angreifer) eine Waffe hatte, bin ich die Bowlingbahn runtergerannt und zu den Kegeln durchgerutscht. Ich bin die Maschine hochgeklettert und war etwa zehn Minuten auf den Maschinen, bis die Polizei gekommen ist."
Die Polizei veröffentlichte Aufnahmen von Überwachungskameras, die den Angreifer mit einem halbautomatischen Gewehr im Anschlag zeigen. Der Leiter der Behörde für öffentliche Sicherheit in Maine, Mike Sauschuck, sagte, an der Fahndung seien "buchstäblich Hunderte von Polizisten" beteiligt.
Bei der Suche nach dem Angreifer wurde in der benachbarten Gemeinde Lisbon der mutmaßliche SUV des Täters gefunden. Dort waren die Anwohner ebenfalls aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben.
US-Präsident Joe Biden wurde nach Angaben des Weißen Hauses während eines Staatsdinners für den australischen Premierminister Anthony Albanese von dem blutigen Angriff informiert. In Telefonaten mit Gouverneurin Mills und anderen Vertretern von Maine bot er alle Unterstützung des Bundes an. Biden ordnete am Donnerstag an, landesweit an öffentlichen Gebäuden die US-Flaggen auf halbmast zu setzen.
In einer Erklärung forderte der Präsident zudem - wie bereits nach früheren Schusswaffenangriffen mit zahlreichen Toten - eine Verschärfung des laxen Waffenrechts. "Wieder einmal trauert unsere Nation nach einer weiteren sinnlosen und tragischen Massenschießerei", erklärte der Politiker der Demokratischen Partei. Er forderte den Kongress auf, ein Verbot von halbautomatischen Gewehren und Magazinen mit großer Kapazität zu beschließen und die Hintergrundüberprüfungen von Waffenkäufern auszuweiten.
Versuche einer Verschärfung der Waffengesetze sind in den USA aber immer wieder am Widerstand der konservativen Republikaner gescheitert. Der neue Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, der Republikaner Mike Johnson, sagte am Donnerstag, jetzt seien "Gebete" nötig. "Das ist eine dunkle Zeit in Amerika." Die Republikaner rufen nach Schusswaffenangriffen immer wieder zu Gebeten auf und erteilen zugleich Forderungen nach Gesetzesverschärfungen eine Absage.
Schusswaffengewalt ist in den USA, wo es mehr Schusswaffen als Einwohner gibt, ein alltägliches Problem. Nach Angaben der spezialisierten Website Gun Violence Archive wurden im Jahr 2022 durch Schusswaffen rund 44.400 Menschen getötet. Davon handelte es sich in rund 24.000 Fällen um Suizide. In den USA ist das Recht auf Waffenbesitz in der Verfassung verankert.
W.Stewart--AT