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Französischer Polizist bleibt nach tödlichem Schuss auf Jugendlichen in U-Haft
Der französische Polizist, dessen tödlicher Schuss auf einen 17-Jährigen tagelange Unruhen in Frankreich ausgelöst hatte, bleibt weiter in Untersuchungshaft. Die Ermittlungsbehörde lehnte am Donnerstag einen Antrag auf Freilassung ab. "Es ist entsetzlich für ihn", sagte der Anwalt des Polizisten, Laurent-Franck Liénard, dem Sender BFM. "Es ist ein Albtraum, er steht völlig unter Schock", fügte er hinzu.
Die Justiz ermittelt gegen den 38 Jahre alten Todesschütze Florian M. wegen vorsätzlicher Tötung. Inzwischen wurden das Protokoll des Einsatzes und Auszüge aus dem Verhör des Polizisten bekannt. Demnach gibt es noch immer offene Fragen zum Ablauf der Ereignisse.
Unklar ist weiterhin, warum zunächst davon die Rede war, dass das Auto "auf den Polizisten zugerast" sei. Dies geht aus dem ersten Protokoll hervor, das auf der Basis der Funksprüche oder auf einem Gespräch beruht.
Der Anwalt des getöteten Nahel hat inzwischen Klage wegen Urkundenfälschung eingereicht. "Das gefälschte Protokoll hätte dazu gedient, den Polizisten zu entlasten", sagte der Anwalt Yassine Bouzrou. Auf dem Video ist zu erkennen, dass der Polizist neben und nicht vor dem Auto stand, als das Fahrzeug losfuhr und er durch das Seitenfenster auf den Fahrer schoss.
Auch der Wortwechsel, der im Video zu hören ist, ist noch nicht abschließend ausgewertet. Der Satz "Du bekommst eine Kugel in den Kopf" sei nach Erkenntnissen der Ermittler eher dem Kollegen des Todesschützen zuzuschreiben, berichtete die Zeitung "Le Parisien".
Der Ausruf "Schieße auf ihn" ("shoote-le") ist ebenfalls weiter umstritten. Die Ermittler schließen nicht aus, dass Florian M. tatsächlich gerufen habe "Stell den Motor aus" ("coupe").
Fest steht, dass der Widerspruch zwischen den ersten Berichten auf der Basis des Polizeiprotokolls und dem dann veröffentlichten Video die Wut vieler junger Menschen noch zusätzlich angestachelt hat.
Aus den Auszügen aus dem Verhör, die "Le Parisien" veröffentlicht hat, geht auch hervor, dass Florian M. nach eigener Aussage zum Tatzeitpunkt den neunten Tag in Folge im Dienst war. Er habe zunächst vergeblich versucht, den Mercedes anzuhalten, der mit erhöhter Geschwindigkeit auf einer Busspur gefahren sei.
Das Auto sei schließlich im Stau stecken geblieben, wo es zu dem tödlichen Schuss gekommen sei. Florian M. habe Angst gehabt, dass sein Kollege von dem Auto mitgeschleift werden könnte, da er sich in das offene Fenster hineingelehnt habe, sagte er aus.
Weder der Polizist noch der 17-Jährige Nahel waren vorbestraft. Der 17-Jährige sei der Polizei aber bekannt gewesen, weil er sich bereits zuvor einer Polizeikontrolle entzogen habe.
A.Taylor--AT