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Prozess gegen mutmaßlichen Reichsbürger wegen Schüssen auf Polizisten begonnen
Ein Jahr nach einer Razzia im baden-württembergischen Boxberg hat vor dem Stuttgarter Oberlandesgericht der Prozess gegen einen mutmaßlichen Reichsbürger begonnen, der auf Polizisten geschossen haben soll. Zu Beginn am Mittwoch verlas die Bundesanwaltschaft ihre Anklageschrift, wie ein Gerichtssprecher sagte. Diese wirft dem 55 Jahre alten Ingo K. unter anderem mehrfachen versuchten Mord vor.
Der Angeklagte äußerte sich demnach am Mittwoch nicht. Seiner Anwältin zufolge wird er zu einem späteren Zeitpunkt Angaben zu seinem Lebenslauf machen, nicht aber zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen.
Im April 2022 wollte eine Gruppe von 14 Polizisten K.s Wohnung wegen des Verdachts auf illegalen Waffenbesitz durchsuchen. Als die Beamten das Grundstück betraten, wurde auf sie geschossen. K. soll mit einem Schnellfeuergewehr durch die Rollläden hindurch zahlreiche Schüsse auf die Beamten abgegeben haben. Dabei habe er mehrmals die Position gewechselt, um die nach Deckung suchenden Menschen zu treffen, erklärte die Bundesanwaltschaft bei der Anklageerhebung im Januar.
Ein Polizist sei von Geschossteilen in beide Beine getroffen worden. Ein anderer sei leicht verletzt worden, als er versucht habe, sich vor dem Beschuss zu schützen. Erst nach etwa zwei Stunden soll der 55-Jährige seine Wohnung verlassen haben. In dem Gebäude wurden demnach mehrere Schusswaffen und über 5000 Schuss Munition gefunden.
Die Bundesanwaltschaft erklärte, dass K. eine Reichsbürgerideologie vertrete, die Existenz der Bundesrepublik Deutschland leugne und hoheitliche Befugnisse ihrer Repräsentanten nicht anerkenne. Der Angeklagte sitzt in Untersuchungshaft. Das Oberlandesgericht setzte zahlreiche Verhandlungstermine bis vorerst Ende Oktober an.
P.Hernandez--AT