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Acht Tote und mehrere Schwerverletzte durch Schüsse in Hamburger Kirche
In einer Kirche der Zeugen Jehovas in Hamburg sind am Donnerstagabend acht Menschen erschossen und mehrere weitere Menschen schwer verletzt worden. Nach Angaben der Polizei vom Freitag befand sich unter den Toten auch der mutmaßliche Schütze. Weitere Erkenntnisse aus den ersten Ermittlungen zur der Bluttat sollten am Mittag bekanntgegeben werden. Die Ereignisse lösten in Hamburg und bundesweit Entsetzen und Bestürzung aus.
Die Schüsse waren am Donnerstagabend gegen 21.00 Ihr in einem Gebäude der Zeugen Jehovas im Stadtteil Groß Borstel gefallen, wo laut den Zeugen Jehovas zuvor ein Gottesdienst stattgefunden hatte. In der Nähe befindliche Einsatzkräfte trafen demnach nur Minuten später ein und drangen schnell in das dreistöckige Haus ein. Dort fanden die Beamten die Toten und Schwerverletzten.
Die Einsatzkräfte hätten auch "eine leblose Person aufgefunden, bei der wir davon ausgehen, dass es sich um einen Täter handeln könnte", teilten die Ermittler weiter mit. Es werde nicht von weiteren Tätern ausgegangen. Alle im Umfeld der Kirche ergriffenen Maßnahmen würden nach und nach wieder aufgehoben. Auch eine am Abend veröffentlichte amtliche Gefahrenwarnung wurde in der Nacht zum Freitag wieder aufgehoben.
Nähere Angaben zu den mutmaßlichen Tätern und den Opfern machte die Polizei zunächst nicht, die Motive für den Angriff blieben zunächst unklar. "Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat dauern an", teilte die Polizei mit. Einem "Spiegel"-Bericht vom Freitag zufolge soll es sich bei ihm um ein früheres Mitglied der Gemeinde der Zeugen Jehovas im Alter zwischen etwa 30 und 40 Jahren handeln. Seine Tatwaffe war demnach eine Pistole.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier reagierte tief betroffen auf die tödliche Gewalttat. Er habe die Nachricht "mit großem Entsetzen" entgegen genommen, erklärte er einer Sprecherin zufolge. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) äußerten sich erschüttert. Scholz schrieb von einer "schlimmen Nachricht aus Hamburg".
Seine Gedanken seien bei den Opfern und ihren Angehörigen sowie bei den "Sicherheitskräften, die einen schweren Einsatz hinter sich haben", teilte Scholz weiter mit. Faeser erklärte, sie sei "erschüttert über die furchtbare Gewalt in einer Gemeinde der Zeugen Jehovas in Hamburg". "Die Hintergründe werden mit Hochdruck ermittelt", fügte sie hinzu.
Die Zeugen Jehovas zeigten sich "tief betroffen von der schrecklichen Amoktat" auf eines ihrer Gotteshäuser. "Unser tiefes Mitgefühl gilt den Familien der Opfer sowie den traumatisierten Augenzeugen", erklärte die Religionsgemeinschaft. "Die Seelsorger der örtlichen Gemeinde tun ihr Bestes, ihnen in dieser schweren Stunde Beistand zu leisten."
Nach Angaben eines Polizeisprechers hörten die nach den ersten Notrufen zuerst eintreffenden Einsatzkräfte noch einen einzelnen Schuss aus dem oberen Bereich des Gebäudes. Später wurde demnach dort auch ein Toter gefunden, bei dem es sich um den Angreifer handeln könnte. Die Polizisten selbst gaben demnach bei dem Einsatz keine Schüsse ab.
Insgesamt war die Polizei mit einem Großaufgebot im Einsatz, darunter waren auch Spezialeinheiten und Sprengstoffexperten. Der Bereich um den Tatort im Hamburger Norden wurde weiträumig abgeriegelt und von schwer bewaffneten Polizeikräften kontrolliert. Zunächst war unklar, ob sich eventuell noch bewaffnete Täter auf der Flucht befinden könnten.
Die Menschen in dem umliegenden Stadtteil wurden deshalb per offizieller Warnmeldung dazu aufgerufen, den Gefahrenbereich zu meiden und in ihren Häusern zu bleiben. Später in der Nacht zum Freitag erklärte die Polizei dann, es gebe keine Hinweise auf flüchtige Täter. Die Lage beruhigte sich.
Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) nannte den Angriff in dem Gemeindehaus "erschütternd" und sprach den Angehörigen der Opfer sein "tiefes Mitgefühl" aus. Auch bei der christlichen Kirchen in der Hansestadt löste die Tat Entsetzen aus. Die evangelische Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt erklärte dazu: "Mit Trauer und Mitgefühl denke ich an die Menschen, die in dieser Nacht aus dem Leben gerissen wurden."
Der Generalvikar des katholischen Erzbistums Hamburg, Pater Sascha-Philipp Geißler, erklärte, das Geschehen mache ihn "sprachlos". Seine Gebete gälten den Angehörigen der Toten, den Verletzten und den Einsatzkräften.
M.King--AT