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Mehrjährige Haftstrafe für 38-jährige Mutter nach Fund von Babyleiche in Halle
Weil sie ihr Neugeborenes im Freien aussetzte und damit tötete, hat das Landgericht in Halle an der Saale eine 38-jährige Mutter zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Das Gericht sprach die Frau am Dienstag des Totschlags schuldig, wie ein Sprecher sagte.
Die Frau war demnach im Frühjahr 2021 ungewollt schwanger geworden. Dabei gelang es ihr, die Schwangerschaft vor ihrem Umfeld zu verheimlichen. Am 21. Dezember desselben Jahres gebar sie dann allein in ihrer Wohnung in Halle ein gesundes Mädchen. Dieses legte sie noch am selben Tag nur in ein T-Shirt gewickelt auf dem Gelände einer Entsorgungsfirma schutzlos ab.
Ihr sei bewusst gewesen, dass der Säugling angesichts der Gegebenheiten nicht lange überleben und auch nicht bald zufällig durch Dritte gefunden werde, hieß es in der Anklage. Das tote Neugeborene wurde am 27. Dezember 2021 von einer Passantin gefunden. Fast ein Jahr später wurde die 38-Jährige festgenommen. Ende Februar begann dann der Prozess, in dem die Frau die Tat gestand.
Die Angeklagte beging die Tat aufgrund einer festgestellten Intelligenzminderung im Zustand verminderter Schuldfähigkeit. Dem Sprecher zufolge wurde dies durch eine Anpassung des Strafrahmens berücksichtigt. Das Urteil blieb knapp unter der Forderung der Staatsanwaltschaft nach fünfeinhalb Jahren Haft. Die Verteidigung hatte hingegen argumentiert, dass die Frau nicht vorsätzlich gehandelt habe, und deshalb eine zweijährige Freiheitsstrafe wegen fahrlässige Tötung beantragt. Dem folgte das Gericht jedoch nicht.
R.Chavez--AT