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Baerbock und Faeser sichern Erdbebenregion bei Besuch in Türkei anhaltende Hilfe zu
Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) und Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) haben bei einem Besuch im türkischen Erdbebengebiet den Katastrophenopfern langfristige Unterstützung zugesichert. Kurz nach erneuten schweren Beben in der Region trafen die beiden Ministerinnen am Dienstag in Gaziantep ein, um persönlich mit Betroffenen und Helfern zu sprechen. Baerbock versicherte, die Bundesregierung werde in ihrer Unterstützung auch dann nicht nachlassen, "wenn die Katastrophe und ihre Folgen in den Nachrichten von anderen Schlagzeilen verdrängt werden".
Baerbock nannte vorab das Ausmaß der Katastrophe mit fast 45.000 Toten in der Türkei und Syrien "schier unfassbar und extrem bedrückend". Bei ihrem Besuch in der türkischen Erdbebenregion nahe Syrien wollten Faeser und sie in Erfahrung bringen, wie sie ihren "Teil dazu beitragen können, den Menschen wieder eine Perspektive zu geben".
Faeser fügte hinzu: "Es zerreißt uns allen das Herz, zu sehen, welch unfassbare Verwüstung und welch unendliches Leid dieses Erdbeben in der Türkei und in Syrien verursacht hat."
Und während noch nicht alle Opfer der Katastrophe vom 6. Februar geborgen sind, erschütterten am Montagabend zwei weitere schwere Erdbeben die türkische Katastrophenregion Hatay und den Norden Syriens. Die Beben der Stärke 6,4 und 5,8 ereigneten sich rund 200 Kilometer südwestlich von Gaziantep.
Dort besichtigten Baerbock und Faeser am Dienstag den für die Abwicklung von Hilfsgütern wichtigen Flughafen der Millionenstadt und übergaben 13 Tonnen Hilfsgüter an den türkischen Katastrophenschutz, darunter Zelte, Feldbetten und Schlafsäcke. Außerdem sprachen Baerbock und Faeser mit Mitarbeitern mehrerer Hilfsorganisationen und des Technischen Hilfswerks (THW) sowie des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe über die Herausforderungen bei der Abwicklung von Hilfslieferungen.
Danach fuhren die Ministerinnen in die am Epizentrum des Bebens vom 6. Februar gelegene Ortschaft Pazarcik etwa 20 Kilometer östlich von Kahramanmaras. Dort informierten sie sich in einer von türkischen Behörden errichteten Zeltstadt, die laut Katastrophenschutz Afad derzeit rund 1700 Bewohner hat, über die Lage der Betroffenen.
Zum Abschluss des Besuchs der Ministerinnen war am Abend in Gaziantep die Besichtigung einer durch einen externen Anbieter betriebenen Visastelle geplant, in der unter anderem vom Erdbeben betroffene Menschen Anträge auf Kurzzeit-Visa für Deutschland stellen können.
Am Dienstag teilte das Auswärtige Amt mit, dass nach dem Beben bislang 96 Schengen-Visa in einem beschleunigten Verfahren erteilt und 15 Familienzusammenführungen für Erdbebenopfer mit Angehörigen in Deutschland beschlossen worden seien.
Die Bundesregierung hatte wenige Tage nach dem Erdbeben beschlossen, Opfern mit Angehörigen in Deutschland die Einreise mit für drei Monate gültigen Visa erheblich zu erleichtern. Zuletzt war jedoch Kritik an den Anforderungen für Antragsteller laut geworden, die für viele Erdbebenopfer kaum erfüllbar seien.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO stuft das Erdbeben vom 6. Februar als "schlimmste Naturkatastrophe" in Europa seit einem Jahrhundert ein. Und die Region kommt nicht zur Ruhe, am Montagabend versetzten zwei neue starke Beben viele Menschen in Panik. "Das Gebäude bewegte sich vor und zurück", beschrieb Mehmet Irmak aus Antakya die Erschütterungen. Die Region Hatay sei "kein sicherer Ort mehr".
In der Türkei kamen am Montagabend laut Katastrophenschutzbehörde mindestens sechs Menschen ums Leben, fast 300 weitere wurden verletzt. Drei der Todesopfer starben nach Afad-Angaben, als sie trotz Warnungen der Behörden in ihre Wohnungen zurückkehrten, um Habseligkeiten herauszuholen. Zwei Krankenhäuser in Antakya und Iskenderun mussten Medienberichten zufolge evakuiert werden.
Auf der syrischen Seite wurden nach den erneuten Beben mindestens 150 Verletzte in der Region Aleppo gemeldet. Einige bereits beschädigte Gebäude in der Türkei und in Syrien stürzten ein.
Die EU plant für den 16. März eine Geberkonferenz für die Erdbebengebiete in beiden Ländern.
Die Diakonie Katastrophenhilfe erklärte, viele Menschen in den Erdbebengebieten seien "verzweifelt und auch wütend", weil in ihren Heimatorten immer noch keine Hilfe eingetroffen sei. Die Deutsche Bischofskonferenz rief zu einer Sonderkollekte für die Erdbebenopfer in der Türkei und Syrien am 4. und 5. März auf.
P.A.Mendoza--AT