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Drei Tote und mehr als 300 Verletzte bei neuen Erdbeben in der Türkei und Syrien
Zwei neue starke Erdbeben im türkisch-syrischen Grenzgebiet haben am Montagabend die Katastrophenregion erschüttert. In der Türkei wurden mindestens drei Menschen getötet und 213 verletzt, wie Innenminister Süleyman Soylu mitteilte. Im Norden Syriens wurden nach Angaben der Hilfsorganisation Weißhelme mehr als 130 Menschen verletzt, mehrere schon beschädigte Häuser stürzten ein. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan kündigte den Bau von 200.000 neuen Wohnungen an.
Das erste Beben der Stärke 6,4 löste Panik unter den Bewohnern der bereits zerstörten Stadt Defne in der türkischen Provinz Hatay aus. AFP-Reporter vor Ort berichteten nach dem Beben am Abend, dass Verletzte um Hilfe geschrien hätten. Die neuen Erdstöße hätten Staubwolken über der Stadt im Süden der Türkei ausgelöst.
Das Beben war auch in anderen von der Erdbebenkatastrophe vor zwei Wochen betroffenen Städten wie Antakya und Adana rund 200 Kilometer nördlich deutlich zu spüren. Selbst im Libanon fühlten AFP-Teams die Erschütterungen.
Nur drei Minuten nach dem ersten Beben erschütterte ein Beben der Stärke 5,8 Samandag, einen weiter südlich gelegenen türkischen Küstenort. Später folgten mindestens zwei weitere Beben der Stärke 5,2, wie der türkische Katastrophenschutz Afad mitteilte.
Das Krankenhaus in der Hafenstadt Iskenderun und das Universitätskrankenhaus Mustafa Kemal in Antakya wurden sicherheitshalber geräumt, wie die Nachrichtenagentur DHA meldete. Intensivpatienten wurden in ein ländliches Krankenhaus gebracht. Auch das Afad-Lagezentrum wurde evakuiert. Vorübergehend gab es eine Flutwarnung.
Erdogan kündigte bei einem Besuch in der Provinz Hatay den Bau von 200.000 Wohnungen in den elf von der Erdbebenkatastrophe vom 6. Februar betroffenen Provinzen an. "Kein Gebäude wird mehr höher als drei oder vier Etagen sein", sagte er. Mit dem Bau solle im März begonnen werden.
Erdogan zufolge sollen alle Neubauten in erdbebensichereren Gebieten errichtet werden. "Wir werden in einem Jahr damit beginnen, unsere in Zelt- und Containerdörfern lebenden Bürger umzusiedeln", versprach Erdogan, der sich zum ersten Mal seit sechs Tagen öffentlich äußerte.
Nach Angaben des türkischen Katastrophenschutzes Afad gab es seit dem Beben vor zwei Wochen mehr als 6200 Nachbeben.
Durch das Erdbeben im türkisch-syrischen Grenzgebiet vom 6. Februar, das eine Stärke von 7,8 hatte, starben in beiden Ländern rund 45.000 Menschen. Tausende Menschen werden in der Türkei und in Syrien noch immer vermisst.
P.A.Mendoza--AT