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König Charles III. will in Washington zu US-britischer "Versöhnung" aufrufen
Angesichts der Spannungen zwischen London und Washington wegen des Iran-Krieges will der britische König Charles III. am Dienstag bei seinem Staatsbesuch in den USA vor dem US-Kongress zu "Versöhnung und Erneuerung" aufrufen. Großbritannien und die USA hätten "stets einen Weg gefunden, zusammenzukommen", heißt es in vorab veröffentlichten Auszügen des Manuskripts von Charles' Rede vor beiden Parlamentskammern. Im Rahmen seines Staatsbesuchs wird der König auch von US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus zu einem Gespräch empfangen.
In seiner etwa zwanzigminütigen Rede vor dem Kongress wird der 77-jährige Charles den veröffentlichten Auszügen zufolge auf die "besondere Beziehung" zwischen den beiden Ländern hinweisen, die eines der "größten Bündnisse in der Geschichte der Menschheit" darstelle. Es sei "entscheidend für die Freiheit und Gleichheit", die gemeinsamen demokratischen Werte zu verteidigen.
Charles' Auftritt ist die erste Rede eines britischen Monarchen vor dem Kongress seit einer Ansprache der verstorbenen Queen Elizabeth II. im Jahr 1991. Die Beziehungen zwischen London und Washington sind derzeit angespannt. US-Präsident Trump äußerte sich wiederholt stark verärgert über die Weigerung der britischen Regierung, die USA und Israel bei ihrem Krieg gegen den Iran zu unterstützen.
Vor der Rede im Kongress sollen Trump und seine Ehefrau Melania König Charles und Königin Camilla im Weißen Haus mit militärischen Ehren und 21 Kanonenschüssen empfangen. Am Abend findet ein Staatsbankett zu Ehren des britischen Königspaars statt, bei dem Charles voraussichtlich eine kürzere Ansprache halten wird.
Die britische Regierung unter Premierminister Keir Starmer hofft, dass der königliche Besuch in Washington die Beziehungen zwischen beiden Ländern verbessern kann - insbesondere angesichts von Trumps Begeisterung für das britische Königshaus. Die Mutter des US-Präsidenten stammte aus Schottland, Trump selbst war im vergangenen Jahr zu einem Staatsbesuch in Großbritannien empfangen worden.
Der erste Tag des Besuchs des Königspaars am Montag war informell verlaufen. Das Ehepaar Trump empfing Charles und Camilla zu Tee und Gebäck im Weißen Haus. Anschließend zeigten der Präsident und die First Lady ihren Gästen die Bienenstöcke auf dem sorgfältig gepflegten Rasen des Weißen Hauses, den Melania Trump kürzlich neu gestaltet hat. Melania Trump, die ein hellgelbes Kostüm trug, begrüßte Charles und Camilla mit Küsschen auf beide Wangen. Camilla trug eine Cartier-Brosche mit der britischen und der US-Flagge.
Nach den Schüssen am Rande einer Gala-Veranstaltung mit Trump in Washington am Samstagabend findet der Besuch unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt. In einer symbolträchtigen Geste zeigte Trump Charles und Camilla ein Gemälde, das das Attentat auf ihn im Präsidentschaftswahlkampf im Jahr 2024 darstellt. Die Monarchen besuchten anschließend noch eine Gartenparty in der britischen Botschaft, bei der unter anderem Tee, Gurkensandwichs und Scones gereicht wurden.
Anlass für die Reise der britischen Royals in die USA ist das Jubiläum der Unabhängigkeit der USA. Am 4. Juli 1776, also vor 250 Jahren, erklärten die Vereinigten Staaten offiziell ihre Loslösung von der britischen Krone.
B.Torres--AT