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Metall-Arbeitgeber warnen vor gesamtwirtschaftlichen Schäden im Fall von Streiks
Nach Drohungen der IG Metall mit einer "Eskalation" im laufenden Tarifkonflikt haben die Arbeitgeber vor gesamtwirtschaftlichen Schäden bei Streiks in der Metallindustrie gewarnt. "Streiks passen ganz und gar nicht in unsere Krisen-Zeit", sagte Gesamtmetall-Präsident Stefan Wolf der "Augsburger Allgemeinen" vom Samstag. Die Auftragslage sei für viele Firmen gut, die Aufträge müssten abgearbeitet werden. "Das dürfen wir nicht durch Streiks gefährden."
Die "durch hohe Energiepreise gebeutelte deutsche Wirtschaft" dürfe durch Arbeitskämpfe nicht weiter geschädigt werden, fuhr Wolf fort. "Das Maß aller Dinge für Deutschland muss es jetzt sein, Arbeitsplätze zu erhalten", sagte der Arbeitgeberchef der Zeitung. Jeder sechste Betrieb der Metall- und Elektroindustrie sehe sich durch die hohen Energiepreise in seiner Existenz gefährdet. Das sei "mehr als ein Alarmsignal".
Die Tarifverhandlungen in der Branche laufen seit mehreren Wochen und wurden zuletzt schon mit befristeten Warnstreiks untermauert. Die Hauptforderung der IG Metall ist eine Lohnerhöhung von acht Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten angesichts der hohen Inflation. Die Arbeitgeber sind bislang zu einer Prämie zum Inflationsausgleich von 3000 Euro bei einer Laufzeit von 30 Monaten bereit.
Die Gewerkschaft erachtet das als zu wenig und kündigte am Freitag an, die Gangart notfalls zu verschärfen, sollten sich die Arbeitgeber nicht bewegen. Eine fünfte Verhandlungsrunde soll kommende Woche beginnen, anschließend könnte es zu größeren Streiks kommen, wie die IG Metall erkennen ließ.
Wolf kritisierte die Haltung der Arbeitnehmer in der "Augsburger Allgemeinen" und forderte Solidarität mit Beschäftigten anderer Branchen. "Das Lohnniveau in der Metall- und Elektroindustrie liegt deutlich über dem im Pflegebereich oder dem, was ein Gärtner, eine Arzthelferin oder eine Verkäuferin im Einzelhandel verdient", sagte er. Diese Menschen litten aber auch unter den hohen Preisen. "Da wäre in der Metall- und Elektroindustrie einmal solidarisches Maßhalten bei der Lohnerhöhung gefragt."
A.Anderson--AT