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Merz und weitere Staats- und Regierungschefs bei Militärparade in Paris
Merz und Selenskyj in Paris bei bislang größter Militärparade zum französischen Nationalfeiertag
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und zwei Dutzend weitere Staats- und Regierungschefs haben am Dienstag in Paris die bislang größte Militärparade zum französischen Nationalfeiertag mitverfolgt. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte die Spitzenvertreter der 35 Partnerländer in der Ukraine-Koalition zu den Feierlichkeiten am 14. Juli eingeladen. Etwa 500 Soldaten aus Ländern der sogenannten Koalition der Willigen sowie 25 ukrainische Soldaten marschierten bei der Parade auf der Prachtstraße Champs-Elysées mit.
Zu ihnen zählten 21 Bundeswehrsoldaten des Artilleriebataillons 295 aus Stetten am kalten Markt, welches der Deutsch-Französischen Brigade untersteht. Auch vier Flugzeuge der Bundeswehr flogen bei der Flugschau mit: ein Eurofighter, eine A400M und zwei C-130J.
Die Kunstfliegerstaffel Patrouille de France eröffnete wie üblich die Militärparade mit einem Flug über die Champs-Elysées, bei dem sie blau-weiß-rote Streifen am Himmel hinterließ, die französischen Nationalfarben. Die neun Alphajets wurden von zwei Mirage-Jets begleitet, in denen ukrainische Kopiloten saßen, die in Frankreich ausgebildet worden waren. Ein Tankflugzeug wurde von dem Astronauten Thomas Pesquet gesteuert. Die französischen Kampfflugzeuge waren erstmals mit Waffenattrapen ausgestattet, als Symbol ihrer Einsatzbereitschaft.
Auf der Ehrentribüne saß Macron neben seiner Frau Brigitte, für ihn war es der letzte Nationalfeiertag im Amt, denn im Frühjahr 2027 stehen Präsidentschaftswahlen in Frankreich an. Als Gäste dabei waren auf der Ehrentribüne Bundeskanzler Merz und seine Ehefrau Charlotte, die einen Platz in der ersten Reihe ganz in der Nähe von Macron bekamen. Die Parade verfolgten auch zahlreiche weitere Staats- und Regierungschefs, unter ihnen der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, der britische Premierminister Keir Starmer, der polnische Regierungschef Donald Tusk und seine dänische Kollegin Mette Frederiksen.
Bei der Militärparade marschierten rund 6700 Teilnehmer zu Fuß mit, so viele wie nie zuvor. Die Gäste sahen zudem 98 Flugzeuge, 31 Hubschrauber und 315 Fahrzeuge. Frankreich wolle auf diese Weise "die Wiederaufrüstung Frankreichs, seine strategische Autonomie und das strategische Erwachen Europas" würdigen, betonte der Elysée-Palast.
Die Militärparade mit ihren vielen internationalen Teilnehmern verkörpere "die strategische Solidarität unserer Länder", betonte Frankreichs Generalstabschef Fabien Mandon. Die Parade endete mit einer Hommage an das 400jährige Bestehen der französischen Marine.
Erstmals mussten sich Zuschauer zuvor anmelden, um einen QR-Code zu erhalten, der ihnen Zugang verschafft. Die Präsenz der zahlreichen Staats- und Regierungschefs spreche für verschärfte Sicherheitsmaßnahmen, erklärte der Staatsrat. Etwa 50.000 Menschen sahen sich die Militärparade auf den Champs-Elysées unter strahlener Sonne an.
Am Vortag hatten etwa zwei Dutzend Staats- und Regierungschefs der Ukraine-Koalition sich bei einem Treffen in Paris auf eine weitere Unterstützung für Kiew verständigt. Macron gab bekannt, dass die Ukraine 16 französische Rafale-Kampfjets kaufen wolle. Die geplante internationale Schutztruppe soll in den kommenden Monaten erstmals gemeinsame Manöver in Nachbarländern der Ukraine unternehmen. Zudem schlossen sich zehn Länder, darunter Frankreich, Deutschland und die Ukraine, zu einer neuen Koalition zur Raketenabwehr zusammen.
Macron wird am Abend zur Gedenkfeier zum zehnten Jahrestag des islamistischen Anschlags von Nizza erwartet. Am 14. Juli 2016 war ein radikalisierter Islamist mit einem Lastwagen in die Menschenmenge gerast, die auf der Strandpromenade das Feuerwerk zum Nationalfeiertag ansah. Unter den Opfern waren auch eine Lehrerin aus Berlin und zwei ihrer Schülerinnen. Der Angreifer wurde von der Polizei erschossen.
Der Himmel über Nizza soll nach der Gedenkfeier und einer Drohnenshow um 22.34 Uhr mit 86 blauen Laserstrahlen erhellt werden - zu dieser Uhrzeit stand der Lastwagen nach seiner Todesfahrt damals still. Zudem soll vor dem am Abend ausgetragenen Halbfinale der Fußball-WM zwischen Frankreich und Spanien im texanischen Arlington eine Schweigeminute für die Opfer von Nizza abgehalten werden.
M.White--AT