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Verband: Umsatz mit Produkten aus fairem Handel erreicht 2025 Höchstwert
Der Umsatz mit Produkten mit einem Siegel des fairen Handels in Deutschland ist 2025 nach Branchenangaben auf einen neuen Höchststand geklettert. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 4,7 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro, wie das Forum Fairer Handel (FFH) am Dienstag mitteilte. Im Vergleich mit den Nachbarländern Schweiz, Frankreich und Österreich fielen die Ausgaben der Deutschen für Fairhandelsprodukte pro Kopf allerdings teils deutlich geringer aus.
"Ein Blick über die Landesgrenzen zeigt, dass Fairer Handel gesellschaftlich noch stärker verankert werden kann, wenn Politik, Handel und Zivilgesellschaft die richtigen Rahmenbedingungen schaffen", erklärte FFH-Geschäftsführer Matthias Fiedler. Hierzulande gaben Verbraucherinnen und Verbraucher den Angaben nach 2025 im Schnitt 33 Euro pro Kopf für Produkte aus fairem Handel aus. In der Schweiz seien es allein für Waren mit dem Fairtrade-Siegel 129 Euro pro Kopf gewesen, in Österreich 88 Euro.
Das Fairtrade-Kontrollsystem ist eines von mehreren, daneben gibt es noch weitere Zertifizierungen wie etwa die der World Fair Trade Organisation (WFTO) oder Naturland Fair. In Deutschland machen Fairtrade-gesiegelte Produkte den FFH-Angaben nach 83,8 Prozent des Gesamtumsatzes im fairen Handel aus.
In Frankreich gaben Kundinnen und Kunden rund 47 Euro pro Kopf für Produkte aus fairem Handel aus, wie das FFH weiter mitteilte. Dort seien landwirtschaftliche Produkte mit einem Fairhandelssiegel aus dem eigenen Land besonders beliebt.
In Deutschland belief sich der Umsatz mit fairen Produkten aus dem Inland und Europa 2025 auf 157 Millionen Euro und ging damit um fünf Prozent zurück, erklärte das FFH. Das sei aber "auf individuelle Faktoren bei einzelnen Naturland Fair-Betrieben zurückzuführen und bedeutet keine Trendwende".
Die Vorstandsvorsitzende des Verbands, Andrea Fütterer, gab an, die wirtschaftliche Entwicklung des fairen Handels in Deutschland "stimmt uns optimistisch". Die politische Bilanz falle aber "kritischer" aus: Faire Handelsbeziehungen und der Schutz von Umwelt- und Menschenrechten geraten Fütterer zufolge "in Deutschland und der EU zunehmend unter Druck, während die Machtkonzentration in vielen Lieferketten auf Kosten der Produzierenden wächst".
Der Verband forderte, "Marktmacht im Lebensmitteleinzelhandel und in globalen Lieferketten wirksam zu begrenzen, faire Preise gesetzlich zu verankern, Schutzstandards zu erhalten". Auch sollten ihm zufolge Unternehmen gestärkt werden, "die Verantwortung zum Kern ihres Geschäftsmodells machen".
K.Hill--AT