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Iran-Krieg: Aufträge für die Industrie im April zurückgegangen
Der Iran-Krieg belastet zusehends das Neugeschäft der deutschen Industrie: Die Aufträge für das Verarbeitende Gewerbe fielen im April um 3,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte. Auch die Aussichten auf die kommenden Monate sind wegen des Konflikts trübe.
Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe hatten sich eigentlich "in der zweiten Jahreshälfte 2025 belebt und waren bis zu Beginn des Iran-Kriegs - unter teils hohen Schwankungen durch Großaufträge - in der Tendenz aufwärtsgerichtet", betonte das Bundeswirtschaftsministerium. Noch im März, also in den ersten Wochen unmittelbar nach Beginn des Kriegs, stiegen die Industrieaufträge kräftig um 4,5 Prozent im Vormonatsvergleich.
Grund waren laut Wirtschaftsministerium auch vorgezogene Bestellungen angesichts drohender Lieferengpässe durch die faktische Sperrung der Straße von Hormus. Im April gingen die Aufträge dann zurück, vor allem in der Autobranche und im Maschinenbau, wie das Statistikamt mitteilte. Die Auslandsaufträge fielen um 4,2 Prozent, die Bestellungen aus der Eurozone dabei sogar um 11,1 Prozent. Die Inlandsaufträge gingen um 2,9 Prozent zurück.
"Am aktuellen Rand mehren sich die Anzeichen, dass sich die Preissteigerungen für Energie und Rohstoffe sowie die deutlich erhöhte geopolitische Unsicherheit zunehmend in einer geringeren Nachfrage insbesondere nach Investitionsgütern niederschlagen", erläuterte das Wirtschaftsministerium. In den kommenden Monaten dürfte sich die Industriekonjunktur demnach "weiter nur verhalten entwickeln".
Der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, Sebastian Dullien, sieht Deutschlands Industrie wegen des Iran-Kriegs vor "herausfordernden Monaten". Eine Erholung des Verarbeitenden Gewerbes dürfte sich erst einstellen, wenn die Energiepreise wieder spürbar nachgeben und damit die jetzt vom Krieg ausgebremste Konjunkturerholung wieder Fahrt gewinnt, erklärte er.
Der Konjunkturexperte der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Jupp Zenzen, machte neben dem Konflikt in der Golfregion und den Preissteigerungen bei Öl und Gas auch die strukturellen Probleme am heimischen Standort verantwortlich für die schlechten April-Zahlen. "Eine schnelle Erholung ist nicht zu erwarten. Im Gegenteil, laut der jüngst veröffentlichten DIHK-Konjunkturumfrage rechnet ein Drittel der Industriebetriebe in den kommenden Monaten mit einer weiteren Verschlechterung ihrer Lage."
M.Robinson--AT