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OECD rechnet wegen Iran-Kriegs mit gebremstem Weltwirtschaftswachstum
Angesichts der Auswirkungen des Iran-Kriegs hat die OECD ihren Wirtschaftsausblick für die globale Konjunktur gesenkt. Im Fall einer zeitlich begrenzten Störung durch den Konflikt in der Golfregion rechnet die OECD mit einer Verlangsamung des Weltwirtschaftswachstums von 3,4 Prozent im vergangenen Jahr auf 2,8 Prozent im Jahr 2026. Für Deutschland erwartet die OECD ein Wachstum von 0,7 Prozent, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Wirtschaftsausblick hervorgeht. 2025 war die Wirtschaft in Deutschland nach OECD-Angaben um 0,3 Prozent gewachsen.
Sollten die Störungen durch den Krieg jedoch länger andauern, wird sich das globale Wachstum nach Einschätzung der OECD erheblich verlangsamen: auf 2,1 Prozent im Jahr 2026 und 1,8 Prozent 2027. Dies könnte einige Volkswirtschaften "an den Rand einer Rezession treiben", heißt es in dem Bericht. Die Auswirkungen wären weltweit spürbar, insbesondere für Entwicklungsländer mit begrenzten Energiereserven.
Die Abhängigkeit von Volkswirtschaften von einem einzigen Nadelöhr mache deutlich, dass die Resilienz der Lieferketten weiter gestärkt werden müsse, betonte die OECD mit Blick auf die faktische Sperrung der Straße von Hormus. "Wir müssen dringender denn je mehr investieren, um uns aus der Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen zu befreien", heißt es in dem Bericht.
Die OECD prangerte die Pauschalmaßnahmen zur Entlastung der Haushalte und Unternehmen angesichts der hohen Energiepreise an. "Maßnahmen wie Steuersenkungen und Preisdeckel schwächen in der Regel die Anreize zum Energiesparen", betonte die Organisation. Dies sei in einer Energieversorgungskrise "besonders unwillkommen" und könne sich zudem als kostspielig erweisen.
Für Deutschland geht die OECD von steigenden öffentlichen und privaten Investitionen aus, angesichts von erheblichem Investitionsbedarf und begünstigt durch flexiblere Fiskalregeln. Die globale Unsicherheit werde Investitionen in exportorientierte Unternehmen jedoch belasten. Die OECD rief dazu auf, den Abbau von Bürokratie und die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung voranzutreiben.
In den vergangenen beiden Jahren hätten der Handelsprotektionismus und die steigende Konkurrenz aus China auf wichtigen Märkten die Exporte belastet. Im März 2026 sei der Wert der Warenexporte jedoch zwei Prozent höher gewesen als im Vorjahreszeitraum. Die OECD erklärte dies durch wachsende Exporte in andere EU-Länder, die schrumpfende Exporte in die USA oder nach China ausglichen.
A.Moore--AT