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Nasa-Mondrakete kehrt nach missglückter Generalprobe in Montagehalle zurück
Nach ihrer missglückten Generalprobe ist die neue riesige Nasa-Mondrakete von der Startrampe im Kennedy Space Center im US-Bundesstaat Florida abtransportiert worden. Die 98 Meter lange SLS-Rakete soll ihre Montagehalle auf dem Gelände am Dienstag kommender Woche erreichen, wie die Nasa am Montag (Ortszeit) mitteilte. Dort werden nach mehreren gescheiterten Tests Reparaturen an ihr vorgenommen. Die erste US-Mondmission seit Jahrzehnten kann damit frühestens im Sommer starten.
Die US-Raumfahrtbehörde hatte seit dem 1. April versucht, die SLS-Rakete mit einer Startsimulation einem ultimativen Test zu unterziehen. Bei der Generalprobe für die unbemannte Mond-Mission Artemis 1 stand die Betankung des Raumfahrzeugs mit 2,6 Millionen Liter Treibstoff auf dem Plan. Dabei handelt es sich um extrem heruntergekühlten flüssigen Wasserstoff sowie flüssigen Sauerstoff.
Auch alle anderen Vorkehrungen, die vor einem richtigen Start der Rakete notwendig sind, sollten übungsweise getroffen werden. Ein Abheben der Rakete war nicht vorgesehen. Vielmehr sollte der Countdown etwa zehn Sekunden vor Start der Triebwerke abgebrochen werden. Mit dem abschließenden Ablassen des Treibstoffs sollte dann ein sicherer Startabbruch im Falle technischer Probleme oder schlechten Wetters geübt werden.
Bei den Tests traten aber mehrere technische Probleme auf. So gab es ein Leck, durch das leicht entflammbarer flüssiger Wasserstoff austrat. Wegen eines defekten Ventils konnte die obere Stufe der Rakete nicht betankt werden. Nach den Reparaturarbeiten, die mindestens mehrere Wochen dauern, muss die Generalprobe daher wiederholt werden. Einen Termin dafür hat die Nasa noch nicht bekannt gegeben.
Die Nasa will mit den riesigen SLS-Raketen und einer Orion-Raumkapsel erstmals seit 1972 wieder Astronauten auf den Mond bringen. Bei der Mission Artemis 1 soll die SLS-Rakete zunächst noch ohne Besatzung den Mond umrunden und dann zur Erde zurückkehren. Zunächst hatte die Nasa einen Start bereits im Mai ins Auge gefasst.
Nach den gescheiterten Tests sagte der hochrangige Nasa-Vertreter Tom Whitmeyer jedoch auf Nachfrage: "Ich denke, das Zeitfenster Anfang Juni wäre herausfordernd." Danach gibt es weitere Start-Zeitfenster im Juli und August.
Eine Verschiebung von Artemis 1 verzögert auch die folgenden Missionen. Mit Artemis 2 sollen Astronauten 2024 den Mond umrunden. Erst Artemis 3 soll dann tatsächlich mit Astronauten auf dem Erdtrabanten landen.
Die Nasa plant auch, die erste Frau zum Mond zu schicken und eine Raumstation zu bauen, die den Mond umkreist. Auf dem Erdtrabanten will die Nasa Technologien für erste Mars-Missionen testen, die für die 2030er Jahre vorgesehen sind. Die ersten vier Starts der SLS-Rakete ins All sollen nach Nasa-Angaben jeweils 4,1 Milliarden Dollar (3,7 Milliarden Euro) kosten.
W.Morales--AT