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Bahnstreik in Frankreich zu den Schulferien stört viele Reisende
In Frankreich stört ein Bahnstreik mitten in den Winterferien die Pläne zahlreicher Reisender. Am Freitag beteiligten sich drei Viertel der Schaffner an dem Streik, der bis Montagfrüh andauern sollte. Nach Angaben der französischen Bahn SNCF sollte im Schnitt jeder zweite Fernzug am Wochenende ausfallen. Betroffen sind auch Verbindungen mit dem Eurostar nach Brüssel und Amsterdam. Bei den Züge zwischen Köln und Paris waren keine Ausfälle angekündigt.
Der Streik geht auf eine Bewegung der Schaffner zurück, die in Frankreich sowohl für Fahrkartenkontrollen als auch für die Sicherheit zuständig sind. Sie hatte sich unabhängig von den Gewerkschaften gebildet, aber ein Teil der Gewerkschaften unterstützt den Streik nun. Die Streikenden werfen dem Unternehmen vor, ihre Zusagen nach dem letzten massiven Streik rund um Weihnachten 2022 nicht eingehalten zu haben.
Die Bahn weist dies zurück. "Das Unternehmen hat seine Versprechungen von 2022 gehalten", betont der Chef von SNCF Voyages Christophe Fanichet.
Innerhalb der vergangenen drei Jahre habe es Gehaltserhöhungen von 17 Prozent gegeben, erklärte Alain Krakovitch, Chef der SNCF-Sparte TGV-Intercités. "Das ist sehr korrekt", fügte er hinzu. "Man kann auch nicht zu allen Forderungen ja sagen", betonte er. Das Abkommen von Ende 2022 sah unter anderem zusätzliche Posten und großzügigere Regelungen mit Blick auf die Rente vor.
Das Wochenende liegt für Reisende aus dem Großraum Paris in der Mitte der Schulferien, für mehrere andere Metropolen ist es das erste Ferienwochenende. Es wird insgesamt mit einer Million Reisenden gerechnet, insbesondere Hin- und Rückfahrten von Ski-Urlaubern. Etwa 9000 Kinder sollten am Wochenende ohne Begleitung ihrer Eltern mit Betreuern der Bahn unterwegs sein. Die Beförderung der Kinder habe Vorrang, erklärte das Unternehmen.
Auch die Züge, die Ski-Urlauber transportieren, sollten vorrangig fahren. Dafür wurde der Bahnverkehr zwischen Paris und Bordeaux um 60 Prozent verringert.
Die Bahn will die Reisenden per SMS informieren, ob ihr Zug fährt oder nicht. Sie ruft dazu auf, für das Wochenende geplante Reisen auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben und kündigte Ermäßigungen als Ausgleich für Ausfälle an.
Der Streik hat die Debatte über Einschränkungen des Streikrechts an den Randwochenenden der Schulferien wieder aufleben lassen. "Ein Streik sollte die letzte Waffe sein, aber er ist inzwischen ein übliches Verhandlungsinstrument geworden", kritisiert Gérard Larcher, Vorsitzender des Senats. Die rechtskonservativen Republikaner wollen künftig einen Gesetzesvorschlag einbringen, um Streiks zu Beginn und zum Ende der Schulferien zu verhindern.
P.A.Mendoza--AT