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Berichte: Moskau plant Stationierung von atomarer Anti-Satelliten-Waffe im All
Russland treibt laut US-Medienberichten Pläne zur Stationierung einer Atomwaffe im All voran. Diese Waffe könne sich potenziell gegen westliche Satelliten richten, berichteten am Mittwoch die Zeitung "New York Times" und der Sender ABC News unter Berufung auf US-Regierungskreise. Noch sei eine Stationierung jedoch nicht erfolgt. Offiziell bestätigte die US-Regierung lediglich, dass Russland eine neue "Anti-Satelliten"-Waffe entwickelt habe.
Davon gehe jedoch "keine unmittelbare Bedrohung für irgendjemandes Sicherheit aus", sagte am Donnerstag der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats der USA, John Kirby. Moskau hatte die Berichte zuvor als "böswillig" und "unbegründet" zurückgewiesen. Mittels solcher Anschuldigungen wolle die US-Regierung Druck auf die oppositionellen Republikaner im Kongress ausüben, dem blockierten neuen Milliarden-Hilfspaket für die Ukraine zuzustimmen, hieß es.
Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im US-Repräsentantenhaus, Mike Turner, hatte am Mittwoch mit einer Erklärung für Aufsehen gesorgt, in der er kryptisch vor einer "ernsthaften Bedrohung für die nationale Sicherheit" gewarnt und Präsident Joe Biden aufgefordert hatte, "alle Informationen hinsichtlich dieser Bedrohung freizugeben". In den Medienberichten wurde dann konkretisiert, dass es um eine Atomwaffe im Weltraum gehe.
US-Außenminister Antony Blinken sagte am Donnerstag bei einer Pressekonferenz während eines Besuchs in Albanien in vagen Worten, es gehe zwar um eine nicht "aktive" Bedrohung, jedoch eine, die die US-Regierung "sehr, sehr ernst" nehme. Die USA sprächen darüber mit ihren Verbündeten.
Der Nationale Sicherheitsberater der USA, Jake Sullivan, kündigte noch für den Donnerstag ein Gespräch mit Turner und drei anderen führenden Vertretern des Repräsentantenhauses hinter verschlossenen Türen an. Er wollte zwar nicht bestätigen, dass es dabei um die von Turner benannte "Bedrohung" gehen werde. Doch bezeichnete er es selbst als "höchst unüblich", dass es ein derartiges, von ihm persönlich initiiertes Treffen mit den Kongressvertretern geben werde.
Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte nach Angaben der Nachrichtenagentur Tass, es sei "offensichtlich", dass es sich um einen "Trick" des Weißen Hauses handle, um die Zustimmung des Repräsentantenhauses zu den neuen Ukraine-Hilfe zu erlangen.
Der für die Atompolitik zuständige Vize-Außenminister Sergej Rjabkow forderte die USA auf, Belege für ihre Behauptungen liefern. Es entspreche "dem Trend der vergangenen zehn Jahre, dass die Amerikaner bösartige Fantasien entwickeln und uns alle möglichen (...) Absichten zuschreiben", wurde Rjabkow von Tass zitiert.
Der internationale Weltraumvertrag, den sowohl Russland als auch die USA unterzeichnet haben, verbietet die Stationierung von Atomwaffen im Weltraum.
T.Wright--AT