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Islands Frauen streiken für Gleichstellung - auch die Regierungschefin
In Island haben tausende Frauen, unter ihnen Regierungschefin Katrin Jakobsdottir, am Dienstag ihre Arbeit niedergelegt, um gleiche Entlohnung zu fordern und Gewalt gegen Frauen anzuprangern. Von den Männern erwarteten sie, an dem Tag "alle familiären und häuslichen Aufgaben zu übernehmen: Frühstück machen, Pausenbrote schmieren, an Geburtstage denken, ein Geschenk für die Schwiegermutter oder dem Kind einen Zahnarzttermin besorgen", erklärten die Organisatorinnen.
Die Frauen streikten, "um die Bedeutung ihres Beitrags zur Gesellschaft zu verdeutlichen", hieß es weiter. Am Nachmittag war in der Hauptstadt Reykjavik eine Kundgebung geplant.
Die Regierungschefin werde ihren Dienstpflichten am Dienstag nicht nachkommen, bestätigte ihr Büro. Die Kabinettssitzung wurde auf Mittwoch verschoben. "Wenn es um unsere Rechte geht, müssen wir immer wachsam sein", sagte die 45 Jahre alte Lina Petra Thorarinsdottir, die für eine Tourismus-Agentur arbeitet.
Der Frauenstreik fand das sechste Mal seit 1975 in Island statt. Beim ersten Mal hatten sich fast 90 Prozent der Frauen beteiligt. Dieses Jahr fand er zum zweiten Mal den ganzen Tag über statt.
Island ist nach Einschätzung des Weltwirtschaftsforum seit 14 Jahren das Land, in dem die Gleichstellung von Frauen und Männern am weitesten vorangekommen ist. Der Gehaltsunterschied zwischen beiden Geschlechtern lag 2021 bei gut zehn Prozent.
Das Land zählt mit seinen etwa 400.000 Einwohnerinnen und Einwohnern zu den am dünnsten besiedelten Ländern der Welt. Die 47 Jahre alte Regierungschefin führt eine breite Koalition unter der Führung einer Links-Grünen Bewegung an.
W.Moreno--AT