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Ölpreise: Europäische Entwicklungsbank rechnet 2023 mit BIP-Wachstum in Russland
Die Europäische Entwicklungsbank rechnet anders als noch vor wenigen Monaten nun doch mit einem Wirtschaftswachstum in Russland in diesem Jahr. Das russische Bruttoinlandsprodukt werde wegen steigender Ölpreise 2023 um 1,5 Prozent wachsen, teilte die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) am Mittwoch mit. Im Mai war sie noch von einem Rückgang um 1,5 Prozent ausgegangen.
Auf Anfrage erklärte die Bank, sie sei im Mai noch davon ausgegangen, dass die westlichen Sanktionen gegen das Land wegen des Ukraine-Kriegs, vor allem der Preisdeckel für Ölexporte, das russische Wachstum "effektiver" treffen würden. Doch steigende Ölpreise und die Fähigkeit Russlands, sich neue Märkte zu erschließen, hätten die Einnahmen steigen lassen. Die EBWE nannte vor allem China und Indien als große Abnehmermärkte.
Russlands Wirtschaftsaktivität habe sich "robust" gezeigt, fuhr die Bank fort. Das gelte vor allem für den Konsum privater Haushalte und die Staatsausgaben für den Ukraine-Konflikt. Der Ausblick für 2024 hänge nun entscheidend vom Fortgang des Ukraine-Kriegs sowie den weiteren Wirtschaftssanktionen ab. Für den Moment werde ein Wachstum von 1,0 Prozent prognostiziert.
Russlands Zentralbank erwartet für dieses Jahr ein Wachstum zwischen 1,5 und 2,5 Prozent. Für 2024 geht sie von einem Anstieg zwischen 0,5 Prozent und 1,5 Prozent aus - Gründe dafür seien ein Arbeitskräftemangel und die Sanktionen.
Die in London ansässige Bank war nach der Wende und dem Zerfall der Sowjetunion gegründet worden, um die osteuropäischen Staaten beim Übergang zu Demokratie und Marktwirtschaft zu stützen. Die Anteilseigner sind 70 Länder sowie die Europäische Union und die Europäische Investitionsbank.
Für die Ukraine prognostiziert die EBWE in diesem Jahr wieder ein Wachstum von 1,0 Prozent - ausgehend von einer Wiederaufnahme vieler Firmenaktivitäten und einer besseren Energieversorgung des Landes. Im kommenden Jahr rechnet die Bank mit einem Anstieg um 3,0 Prozent.
N.Mitchell--AT