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Energiebranche warnt vor unterschiedlichen Strompreiszonen in Deutschland
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat vor unterschiedlichen Strompreiszonen in Deutschland gewarnt. "Die deutsche Preiszone muss unbedingt erhalten werden: Sie trägt zu einem hochliquiden und von starkem Wettbewerb geprägten Strommarkt bei, um den uns viele – insbesondere mit Blick auf die Terminmärkte – beneiden", sagte Verbandschefin Kerstin Andreae der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Mittwoch). "Wichtig ist, die Kraft auf die Fertigstellung vor allem der großen Hochspannungs-Gleichstromübertragung zu richten, dies entlastet die Preiszone."
Bei der Angleichung der Netzentgelte, die Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und die Netzagentur fordern, warnt die BDEW-Chefin vor Schnellschüssen. "Die bestehende Netzentgeltsystematik sollte überprüft werden. Aufgrund der hohen Komplexität und der Gefahr von Fehlsteuerungen darf es hier jedoch keine Schnellschüsse geben. Eine praktische Umsetzung durch die Netzbetreiber muss jedenfalls gewährleistet sein", sagte Andreae.
Die Bundesnetzagentur hatte sich am Samstag für eine Strompreisreform mit niedrigeren Gebühren für Regionen mit viel Windkraft ausgesprochen. In Bayern, aber auch in Ländern wie Baden-Württemberg, wird deutlich weniger Windenergie produziert als in norddeutschen Bundesländern wie Schleswig-Holstein, Niedersachsen oder Brandenburg.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte, unterschiedliche Strompreiszonen wären ein großer Fehler" und gefährdeten Süddeutschland als industrielles Herz der Republik".
Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hingegen begrüßte die Überlegungen. Derzeit zahlten die Stromkunden im Süden weniger als die im Norden, sagte Weil der Zeitung "Welt" vom Montag. "Es steht für mich außer Frage, dass dies mit Blick auf die notwendige Energiewende nicht so bleiben kann."
Die Netzentgelte, um die es in dem Streit geht, sind eine Art Gebühr für die Nutzung des Leitungs- und Stromversorgungsnetzwerks, die vom örtlichen Stromnetzbetreiber erhoben wird. Durch das Netzentgelt werden der Betrieb und der Ausbau der Netze finanziert. Nach Angaben der Bundesnetzagentur macht diese Gebühr bei Haushaltskunden etwa ein Fünftel des gesamten Strompreises aus.
G.P.Martin--AT