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Gelder aus Kita-Qualitätsgesetz können an Länder fließen
Mehr Erzieherinnen, bessere Betreuungsschlüssel: Die vier Milliarden Euro aus dem sogenannten Kita-Qualitätsgesetz können nun an die Bundesländer fließen. Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) hat ihre Verhandlungen mit den Ländern über die Verwendung der Gelder für 2023 und 2024 abgeschlossen. "Das Kita-Qualitätsgesetz kann jetzt in der Praxis starten", sagte Paus am Freitag in Berlin. Sie nannte das Gesetz einen "wichtigen Schritt in Richtung Bildungsgerechtigkeit".
Etwa die Hälfte des Geldes soll für Fachkräfte ausgegeben werden. Konkret sind rund 984 Millionen für einen besseren Betreuungsschlüssel geplant, also mehr Erzieher und Erzieherinnen pro Kindergruppe. Weitere 933 Millionen wollen die Länder für mehr Fachkräfte in den Kitas ausgeben.
Außerdem fließen mehr als 500 Millionen Euro in Kitaleitungen, zum Beispiel für ihre Aus- und Weiterbildung. Mehr als 300 Millionen sind geplant für die sprachliche Bildung der Kinder. Fast 180 Millionen sind dafür vorgesehen, Kitas an die Bedürfnisse der Familien angepasst zu organisieren, zum Beispiel durch erweiterte Öffnungzeiten.
Zusätzlich gibt es fast 150 Millionen Euro für die Kindertagespflege durch Tagesmütter und -väter sowie neun Millionen für die Förderung der kindlichen Entwicklung, Gesundheit, Ernährung und Bewegung.
Die Bundesländer setzen die Mittel unterschiedlich ein: Beispielsweise Hamburg investiert laut Paus die gesamten Bundesmittel in bessere Betreuungsschlüssel im Krippenbereich. Rheinland-Pfalz hat seine Mittel dagegen unter anderem vorgesehen für mehr Personal in Tageseinrichtungen mit besonderen Bedarfen und die vergütete Ausbildung von Fachkräften.
Das Gesetz war Anfang des Jahres in Kraft getreten. In dieser Woche schloss der Bund den letzten der 16 Verträge mit Sachsen-Anhalt. In den Verträgen legten die Länder fest, wofür sie das ihnen zustehende Geld ausgeben. Verteilt wird das Geld je nach Einwohnerzahl.
Am Freitag machte Paus darauf aufmerksam, dass die jetzt geplanten Verbesserungen nach 2024 nicht enden sollen. Bis Ende der Legislaturperiode soll das Gesetz laut Koalitionsvertrag zu einem "Qualitätsentwicklungsgesetz" mit bundesweiten Standards weiterentwickelt werden.
Laut den Ergebnissen einer neuen Befragung leiden aktuell viele Eltern unter dem Personalmangel in den Kitas. Fast sechs von zehn erwerbstätigen Eltern sind im Frühjahr mit Kitaschließungen oder kürzeren Betreuungszeiten wegen Personalmangels konfrontiert gewesen. 57 Prozent der Eltern gaben dies in einer am Freitag veröffentlichten repräsentativen Befragung der Hans-Böckler-Stiftung an.
67 Prozent der Betroffenen gaben an, dass sie die Ausfälle beziehungsweise die verkürzte Betreuung als belastend empfinden. 30 Prozent bewerteten die Situation sogar als sehr belastend.
L.Adams--AT