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Impulse bei Konferenz im kolumbianischen Santa Marta für Ausstieg aus den Fossilen
Die internationale Konferenz für einen Ausstieg aus den fossilen Energien im kolumbianischen Santa Marta hat nach Angaben von Teilnehmern positive Impulse für eine klimafreundliche Transformation gegeben. Frankreich stellte am Dienstag (Ortszeit) einen nationalen Fahrplan für seinen Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas vor. Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth lobte die Beratungen am Mittwoch als "wichtigen Prozess", der durch die gegenwärtige globale Energiekrise einen Schub bekomme.
Die Blockade der Straße von Hormus im Zuge des Iran-Kriegs habe "so ein richtiges Durchschütteln des fossilen Systems" verursacht, sagte Flasbarth. Durch die dadurch entstandenen Verwerfungen im internationalen Erdöl-Handel würden die Verhandlungen in Santa Marta nun "stimuliert".
Der deutsche Umwelt-Staatssekretär verwies darauf, dass die mehr als 50 Teilnehmer-Staaten in Santa Marta "kein Mandat" für verbindliche Entscheidungen zum Ausstieg aus den Fossilen hätten. "Ich glaube trotzdem oder bin sehr überzeugt, dass das ein sehr wichtiger Prozess ist", fügte Flasbarth hinzu.
Bei den Beratungen herrsche "eine sehr gute Stimmung", schilderte Flasbarth. Die Konferenzteilnehmer versuchten in ihren Gesprächen, "die kritischen Punkte zu finden, an denen man weiter arbeitet". Diese sollen laut Flasbarth für weitere Beratungen in einem Bericht zusammengefasst werden.
Als einen Impuls hatte der französische Delegationschef Benoît Faraco zuvor einen Fahrplan für den Ausstieg seines Landes aus den Fossilen präsentiert. Dieser nennt 2030 als Ausstiegsdatum für die Kohlenutzung. Ab 2045 soll die zweitgrößte Volkswirtschaft Europas demnach kein Erdöl zur Energiegewinnung mehr nutzen, 2050 soll schließlich der Ausstieg aus Erdgas erfolgen.
Frankreich sei damit "wahrscheinlich eines der wenigen Länder, die eine klare Deadline für alle fossilen Energieträger haben", sagte Faraco bei der Konferenz. Sein Land erzeugt allerdings nur einen kleinen Teil seines Stroms aus fossilen Energieträgern, weil es stark auf Atomstrom setzt. Außerdem sind die Zielmarken an sich nicht neu. Die Ausstiegsdaten wurden nun lediglich zusammengefasst unter dem großen Ziel, auf klimaschädliche fossile Energieträger zu verzichten.
Experten hoben hervor, dass kein anderer Staat bislang solch einen eindeutigen und umfassenden Ausstiegsplan veröffentlicht habe. Dieser Schritt sei daher ein wichtiges Signal für die Beratungen in Santa Marta.
In der karibischen Hafenstadt sind auf Einladung Kolumbiens und der Niederlande Regierungsvertreter aus mehr als 50 Staaten versammelt, um über den globalen Ausstieg aus den Fossilen zu beraten. Zum Abschluss der Konferenz am Mittwoch (Ortszeit) werden keine konkreten Beschlüsse erwartet.
Die Initiative zu den Beratungen ambitionierterer Länder ist auch eine Reaktion auf die oftmals langwierigen und zähen Verhandlungen auf UN-Ebene, bei denen die mehr als 190 Mitgliedstaaten einen Konsens finden müssen. Öl-Länder wie Saudi-Arabien blockieren dabei immer wieder ehrgeizige Beschlüsse für den Klimaschutz.
T.Wright--AT