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Großflächiger Olympiaboykott laut Hutzajz möglich
Der ukrainische Sportminister Wadym Hutzajt hält einen Boykott der Olympischen Sommerspiele 2024 durch mehrere Nationen weiter für vorstellbar. Wenn das Internationale Olympische Komitee (IOC) den Sportlerinnen und Sportlern aus Russland erlaube, in Paris als neutrale Athleten anzutreten, und die Ukraine die Spiele daraufhin boykottieren würde, würden sich "andere Länder, die in verschiedenen Phasen ihrer Geschichte unter dem russischen Imperialismus gelitten haben, diesem Boykott anschließen", sagte Hutzajt im Interview mit der Nachrichtenagentur AFP.
Allerdings äußerte er seine Hoffnung, dass es nicht so weit kommen wird. Würden russische Athleten in Paris starten, würden "Propagandisten versuchen, diese Feier des Sports in eine Feier der Propaganda zu verwandeln, so wie es einst Hitler getan hat", erklärte der Fecht-Olympiasieger von 1992 unter Bezugnahme auf die Ausrichtung der Sommerspiele 1936 in Berlin: "Ich glaube, dass das IOC dies den Aggressoren nicht erlauben wird." Er schließe außerdem "nicht aus, dass die Russen eine Geste des guten Willens machen und sagen, dass sie nicht kommen werden".
Seit Russland im Februar 2022 seinen Krieg in der Ukraine begonnen hat, verhängte das IOC sportliche Sanktionen gegen Moskau und seinen Verbündeten Belarus. Im vergangenen März empfahl es jedoch, dass russische und belarussische Aktive als Einzelpersonen in Qualifikationswettbewerben unter neutraler Flagge und ohne Hymne antreten dürfen. Eine Entscheidung über eine Olympia-Zulassung steht allerdings noch aus.
Die IOC-Empfehlung rief sowohl bei der ukrainischen Regierung als auch bei den Sportlern im überfallenen Land Protest hervor. Dieser führte dazu, dass die Ukraine ihren Athleten die Teilnahme an Veranstaltungen weitgehend untersagte, an denen Russen und Weißrussen am Start sind. Im Juli dann vollzog die ukrainische Regierung einen dramatischen Kurswechsel und erlaubte ihren Sportlern wieder die Teilnahme an Wettkämpfen, bei denen Russen und Belarussen unter neutralem Status vertreten sind.
"Der Ball liegt jetzt im Feld des IOC und der internationalen Sportverbände", sagte Hutzajt: "Ich glaube, dass sie weiterhin auf der richtigen Seite der Geschichte stehen und die Aggressoren von der Teilnahme an den Spielen abhalten werden."
A.Moore--AT