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Selenskyj besucht befreites Cherson im Süden der Ukraine
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Montag die nach dem Rückzug russischer Truppen wieder ukrainisch kontrollierte Stadt Cherson im Süden des Landes besucht. "Der Preis für diesen Krieg ist hoch", sagte Selenskyj mit Blick auf die Verletzten und Toten laut einer Erklärung der Präsidentschaft in Kiew. Selenskyj war in militärisch anmutender Kleidung in den Straßen der Stadt unterwegs, wie auf in Online-Medien veröffentlichten Videos zu sehen war.
Die russischen Kräfte seien abgezogen oder geflohen, erklärte der Präsident: "Wir glauben, dass sie geflohen sind, weil unsere Armee den Feind umzingelt hat und sie in Gefahr waren. Es gab heftige Kämpfe, und das Ergebnis ist: Heute sind wir in der Region Cherson."
Selenskyj war bei seinem Besuch von schwer bewaffneten Leibwächtern umgeben, wobei er selbst weder Helm noch schusssichere Weste trug. Das Präsidialamt veröffentlichte im Kurznachrichtendienst Twitter ein Video, auf dem Selenskyj dabei zu sehen ist, wie er die Nationalhymne singt, während die ukrainische Fahne am Regionalverwaltungsgebäude in Cherson gehisst wird.
Russland habe in Cherson gezeigt, was es "in unserem Land getan hat, es hat der ganzen Welt gezeigt, dass es töten kann", sagte Selenskyj bei seinem Besuch weiter. "Aber wir alle, unsere Streitkräfte, unsere Nationalgarde und Geheimdienste haben gezeigt, dass es unmöglich ist, die Ukraine zu töten."
Der Kreml reagierte erbost auf den Besuch des ukrainischen Präsidenten in der strategisch wichtigen Stadt. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow kommentierte den Besuch direkt zwar nicht, hob aber hervor, dass Cherson russisches Staatsgebiet sei.
Die russischen Streitkräfte hatten sich in der vergangenen Woche nach achtmonatiger Besetzung aus Cherson zurückgezogen, nachdem die ukrainischen Truppen in dem Gebiet immer weiter vorgerückt waren. Für Russland ist der Rückzug eine herbe Niederlage. Cherson war die einzige Regionalhauptstadt, welche die russischen Truppen erobert hatten. Für Moskau ist die Region zudem strategisch von großer Bedeutung, unter anderem um eine Offensive in Richtung Mykolajiw und zum Schwarzmeerhafen Odessa umsetzen zu können.
E.Flores--AT