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Türkischer Innenminister macht PKK für Anschlag in Istanbul verantwortlich
Der türkische Innenminister Suleyman Soylu hat die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) für den Anschlag in Istanbul mit mindestens sechs Toten verantwortlich gemacht. "Die Person, die die Bombe deponiert hat, ist festgenommen worden. Nach unseren Erkenntnissen ist die Terrororganisation PKK verantwortlich", sagte Soylu am Montagmorgen laut der amtlichen Nachrichtenagentur Anadolu und örtlichen Fernsehsendern.
Die PKK kämpft seit Mitte der 1980er Jahre gegen den türkischen Staat und wurde in der Vergangenheit immer wieder für blutige Anschläge in der Türkei verantwortlich gemacht. Sie wird von der Regierung in Ankara sowie den meisten westlichen Staaten, darunter die USA und die EU, als Terrororganisation eingestuft.
Die PKK steht zudem im Mittelpunkt eines Streits um die Nato-Mitgliedschaft Schwedens und Finnlands. Ankara wirft vor allem Schweden vor, ein Zufluchtsort für "Terroristen" zu sein, und forderte in einem im Juni mit Schweden und Finnland unterzeichneten Abkommen die Auslieferung mehrerer PKK-Mitglieder. Schweden und Finnland hatten sich infolge des russischen Angriffskriegs in der Ukraine entschieden, eine Antrag auf Nato-Mitgliedschaft zu stellen.
Das Nato-Mitglied Türkei geht zudem regelmäßig militärisch gegen PKK-Stellungen im Norden des Irak und Syriens vor.
Im vergangenen Monat hatte die türkische Opposition der türkischen Armee vorgeworfen, Chemiewaffen gegen PKK-Kämpfer einzusetzen. Sie veröffentlichte eine Liste mit 17 Namen und Fotos von "Märtyrern", die durch Giftgas getötet worden seien. Die türkischen Behörden wiesen die Vorwürfe zurück. Die Vorsitzende des türkischen Ärztebundes (TTB), Sebnem Korur Fincanci, wurde festgenommen, nachdem sie eine Untersuchung der Vorwürfe gefordert hatte.
Bei dem Anschlag in Istanbul waren am Sonntag mindestens 81 weitere Menschen verletzt worden. Die Explosion ereignete sich auf der bei Touristen wie Einheimischen beliebten Einkaufsstraße Istiklal im Zentrum der türkischen Metropole. Zum Zeitpunkt des Anschlags am Nachmittag war die Fußgängerzone besonders gut besucht.
P.A.Mendoza--AT