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Selenskyj beschwört auf Frankfurter Buchmesse Bedeutung von Wissen und Information
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Bedeutung von Wissen und Information im Kampf für die Freiheit beschworen. "Wissen ist die Antwort", sagte Selenskyj in einer am Donnerstag auf der Frankfurter Buchmesse ausgestrahlten Videobotschaft. Denn Unwissende seien "leichter zu manipulieren".
Europa sollte wissen, dass letztlich "Mördern und Kriegsverbrechern der Prozess" gemacht werde. Dank dieses Wissens würden die Menschen darauf vertrauen, "dass diejenigen, die sich des Völkermordes schuldig machen, Verantwortung für ihre Taten übernehmen werden", sagte Selenskyj.
Noch immer gebe es in Europa zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens, die für Russland Verständnis zeigten und "die terroristische Politik solcher Staaten wie dem Iran" ignorierten, sagte Selenskyj. Die Ursache dafür sah er in "fehlendem Wissen".
Dabei sei angesichts Berichten über zunehmende russische Angriffe auf Zivilisten und Energie-Infrastruktur seines Landes europäische Einigkeit im Kampf für die Freiheit wichtiger denn je. "Elektrizitätswerke, Wasserleitungen, Häfen, Bahnhöfe, Wohnhäuser, Schulen - alles kann ein Ziel für sie sein", sagte Selenskyj.
Als auffällig bezeichnete der ukrainische Präsident das Fehlen Russlands und des Irans auf der diesjährigen Buchmesse. "Statt Kultur zu exportieren, exportiert der Iran Tod. Statt Kultur zu importieren, importiert Russland den Tod, um ihn über uns zu bringen", sagte Selenskyj mit Blick auf iranische, von Moskau erworbene Drohnen.
Kiew wirft Russland vor, mit Drohnen iranischer Herstellung ukrainische Städte anzugreifen. Die Ukraine hat seit Mitte September nach eigenen Angaben mehr als 200 iranische Drohnen über dem Land abgeschossen. Der Kreml bestreitet den Einsatz iranischer Drohnen in der Ukraine. Auch der Iran weist die Berichte als "unbegründete Behauptungen" zurück. Die Europäische Union einigte sich am Donnerstag auf Sanktionen gegen Lieferanten von iranischen Drohnen an Russland.
Zum Schluss seiner etwa sechsminütigen Ansprache lud Selenskyj Autoren, Verleger und Journalisten in die Ukraine ein. "Schaut euch an, was unser Volk durchmacht, die Bedrohungen, denen wir ausgesetzt sind - bezeugt es und erzählt davon", sagte Selenskyj. Denn das seien die Bedrohungen, die auch anderen Ländern in Europa bevorstehen könnten, "solange terroristische Staaten" existierten.
H.Romero--AT