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Nach US-Militäreinsatz in Venezuela wächst Angst vor möglicher Annexion Grönlands
Nach dem US-Militäreinsatz in Venezuela wächst die Angst vor einer möglichen Annexion Grönlands durch die USA. Die Frau eines der wichtigsten Berater von US-Präsident Donald Trump veröffentlichte am Wochenende ein Bild der Insel in den Farben der US-Flagge, Trump selbst bekräftigte seinen Anspruch auf das zu Dänemark gehörende Gebiet. Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen forderte die USA auf, ihre "Drohungen" zu unterlassen.
Katie Miller, Ehefrau von Trumps Vize-Stabschef Stephen Miller, postete am Samstag auf ihrem Konto im Onlinedienst X ein Bild, das eine Karte von Grönland in den Farben der US-Flagge zeigt. Darüber stand in Großbuchstaben "Bald".
Trump selbst wurde in einem Telefoninterview mit dem US-Magazin "The Atlantic" vom Sonntag gefragt, was der Militäreinsatz in Venezuela für Grönland bedeute. "Das werden sie sich selbst ansehen müssen. Ich weiß es wirklich nicht", sagte Trump und fügte hinzu: "Aber wir brauchen Grönland, unbedingt. Wir brauchen es zur Verteidigung."
Daraufhin forderte Frederiksen die USA auf, ihre "Drohungen gegen einen historischen Verbündeten" einzustellen. "Ich muss dies den USA sehr klar sagen: Es ist absolut absurd zu sagen, dass die Vereinigten Staaten die Kontrolle über Grönland übernehmen sollten", erklärte die dänische Ministerpräsidentin.
Zuvor hatte der grönländische Regierungschef Jens-Frederik Nielsen den Beitrag Millers als "respektlos" kritisiert. "Die Beziehungen zwischen Nationen und ihren Bevölkerungen basieren auf gegenseitigem Respekt und internationalem Recht - nicht auf symbolischen Gesten, die unseren Status und unsere Rechte missachten", erklärte Nielsen.
Laut Nielsen gibt es aber weder Grund zur Panik noch zur Sorge. "Unser Land steht nicht zum Verkauf, und unsere Zukunft wird nicht durch Beiträge in sozialen Medien entschieden."
Der dänische Botschafter in den USA, Jesper Möller Sörensen, verlangte "die uneingeschränkte Achtung der territorialen Integrität" Dänemarks. Kopenhagen und Washington seien "enge Verbündete und müssen als solche weiterhin zusammenarbeiten", schrieb er auf X.
US-Präsident Trump hatte in den vergangenen Monaten wiederholt mit der Übernahme Grönlands durch die USA gedroht und dabei auch die Anwendung von Gewalt nicht ausgeschlossen. Zuletzt sorgte er mit der Ernennung eines Sondergesandten für Grönland auf der Insel selbst, in Kopenhagen und in der EU für Empörung.
Am Samstag hatten US-Elitesoldaten den venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro und seine Frau Cilia Flores bei einem Blitzeinsatz in Venezuela gefangengenommen. Maduro wurde in New York inhaftiert und soll dort wegen "Verschwörung zum Drogenterrorismus" vor Gericht gestellt werden.
Hinsichtlich der von ihm angestrebten Übernahme Grönlands argumentiert Trump mit den Sicherheitsinteressen der USA und verweist auf die angebliche Präsenz Moskaus und Pekings rund um die geostrategisch günstig gelegene Insel. Grönland gehört zum Königreich Dänemark, ist aber weitgehend autonom.
Die größte Insel der Welt liegt im Nordatlantik und Arktischen Ozean zwischen Nordamerika und Europa. Auch befindet sich die Insel auf direkter Strecke einer möglichen Raketenflugbahn zwischen Russland und den USA.
Im Boden Grönlands lagern wertvolle Rohstoffe, die bisher kaum genutzt werden. Durch neu eröffnete Seewege infolge des Klimawandels ist das geostrategische Interesse an der Arktis von Seiten der USA, Chinas und Russlands zuletzt deutlich gewachsen.
R.Garcia--AT