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Positionierung als Nachfolgerin: Tochter von Nordkoreas Machthaber besucht Mausoleum
In Nordkorea hat die Tochter von Machthaber Kim Jong Un mit einem Besuch des Mausoleums für ihren Urgroßvater und Großvater ihre Position als mögliche Nachfolgerin Kims an der Spitze des Staates gefestigt. Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA veröffentlichte am Freitag Bilder, auf denen Kim Ju Ae im Beisein ihrer Eltern im Mausoleum in Pjöngjang zu sehen ist. Kim Ju Ae wäre das vierte Mitglied der Kim-Familie, das die Geschicke des ostasiatischen Landes lenkt.
Ihr Urgroßvater Kim Il Sung hatte die Demokratische Volksrepublik 1948 gegründet. Nach dessen Tod 1994 übernahm sein Sohn Kim Jong Il die Nachfolge. Als dieser 2011 starb, kam Kim Jong Un an die Macht. Der Urgroßvater und der Großvater sind im Kumsusan-Palast der Sonne in der Hauptstadt Pjöngjang beigesetzt. Der Personenkult um die mit eiserner Hand regierende Kim-Familie dominiert das tägliche Leben im international weitgehend isolierten und kommunistisch regierten Nordkorea.
KCNA veröffentlichte ein Foto vom Besuch im Palast, das die Tochter zwischen ihren Eltern stehend zeigt. Dahinter haben sich zahlreiche Mitglieder des Staatsapparats und Offiziere versammelt. Es ist das erste Bild eines öffentlichen Mausoleum-Besuchs von Kim Ju Ae.
Der zentrale Platz, den die junge Frau auf dem Foto in dem Mausoleum einnimmt, deute daraufhin, dass sie gewissermaßen auch vor ihrem Großvater und Urgroßvater als designierte Nachfolgerin ihres Vaters eingeführt werden sollte, sagte der Nordkorea-Experte Cheong Seong-chang vom Sejong-Institut im südkoreanischen Seoul. Er rechne damit, dass die Kim-Tochter bald offiziell als Nachfolgerin benannt werde.
Experten mutmaßen, dass Kim Ju Ae, deren Alter nicht genau bekannt ist, in den kommenden Wochen zudem zur Ersten Sekretärin des Zentralkomitees der regierenden Partei der Arbeit Koreas (PdAK) bestimmt werden könnte. Dies ist der zweitwichtigste Posten in der Partei.
Kim Ju Ae war erstmals 2022 öffentlich in Erscheinung getreten, als sie ihren Vater beim Start einer Interkontinentalrakete begleitete. Seitdem bezeichneten nordkoreanische Staatsmedien sie als "das geliebte Kind" und als "große Führungspersönlichkeit" - Bezeichnungen, die in Nordkorea für gewöhnlich den höchsten Politikern und ihren Nachfolgern vorbehalten sind.
F.Wilson--AT