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Brand in Hongkong: Student fordert unabhängige Untersuchung und wird von Polizei befragt
Wegen seines Aufrufs zu einer unabhängigen Untersuchung der Brandkatastrophe in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong ist ein Student offenbar von den Sicherheitsbehörden befragt worden. Der 24-jährige Miles Kwan, der auf Flugblättern für eine Petition geworben hatte, wurde am Montag von einem Reporter der Nachrichtenagentur AFP beim Verlassen einer Polizeiwache gesehen. Örtliche Medien hatten am Samstag berichtet, Kwan sei wegen "aufrührerischer Absichten" von der Sicherheitspolizei festgenommen worden.
Die Polizei bestätigte die Festnahme zunächst nicht. Sie erklärte lediglich, dass sie "entsprechend den konkreten Umständen und im Einklang mit dem Gesetz Maßnahmen ergreifen werde".
Kwan und weitere Aktivisten zielten mit der Petition auf eine unabhängige Untersuchung zu möglicher Korruption im Zusammenhang mit der Brandkatastrophe, bei der 146 Menschen ums Leben gekommen waren. Zudem forderten sie eine angemessene Umsiedlung der Bewohner und eine Überprüfung der Bauaufsicht. Am Freitag hatte Kwan der AFP gesagt, dass er nur "ganz grundlegende Forderungen" stelle.
Der Großbrand war am Mittwoch im Wohnkomplex Wang Fuk Court im nördlichen Stadtteil Tai Po ausgebrochen. Das Feuer wütete über 40 Stunden lang in sieben der acht Hochhausblöcke der Wohnanlage, die insgesamt fast 2000 Wohneinheiten umfasst. Am Freitagmorgen erklärte die Feuerwehr die Löscharbeiten für beendet. An dem Komplex fanden gerade Renovierungsarbeiten statt, weshalb er mit Bambusgerüsten eingerüstet war.
Laut am Freitag vorgelegten Ermittlungsergebnissen wurde das Feuer durch die Bambusgerüste und andere brennbare Materialien, die zum Schutz vor Staub und herabfallenden Gegenständen verwendet wurden, angeheizt. Eine besondere Rolle spielten offenbar Schaumstoffplatten vor Fenstern sowie Schutznetze. Die Feuerwehr bestätigte zudem Angaben der Bewohner, wonach der Brandalarm nicht funktionierte.
Hongkong galt bis vor einigen Jahren als Bastion der Meinungsfreiheit und Pressefreiheit. Seit Peking im Jahr 2020 das sogenannte Sicherheitsgesetz durchgesetzt hatte, gehen die Behörden in der Sonderverwaltungszone jedoch massiv gegen pro-demokratische Aktivisten und andere Peking-kritische Stimmen vor.
R.Chavez--AT