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Präsidentschaftswahl in Honduras: Links-Kandidatin wirft Trump Einmischung vor
Die Kandidatin der Regierungspartei für die am Sonntag in Honduras stattfindende Präsidentschaftswahl hat US-Präsident Donald Trump Einmischung in die inneren Angelegenheiten des mittelamerikanischen Landes vorgeworfen. Trumps Handlungen seien "interventionistisch", sagte die linksgerichtete Präsidentschaftskandidatin Rixi Moncada am Samstag bei einer Pressekonferenz. Trump hatte in den vergangenen Tagen zur Wahl des rechtsgerichteten Präsidentschaftskandidaten Nasry Asfura aufgerufen und die Begnadigung des in den USA wegen Drogenhandels inhaftierten honduranischen Ex-Präsidenten Juan Orlando Hernández angekündigt.
Am Mittwoch hatte Trump die Bürger von Honduras zur Wahl Asfuras aufgerufen. Dieser sei "der einzig echte Freund der Freiheit in Honduras". Trump erklärte, er könne mit Asfura zusammenarbeiten, "um die Narko-Kommunisten zu bekämpfen und die nötige Hilfe zu den Menschen in Honduras zu bringen". Am Freitag war der US-Präsident noch weiter gegangen und hatte mit einem Ende der Unterstützung der USA für Honduras gedroht, sollte der von ihm bevorzugte Kandidat die Wahl nicht gewinnen.
Moncada, die Trump als "Kommunistin" bezeichnet hat, sprach von "Wahlkampfaktionen" des US-Präsidenten für "seine Marionetten-Kandidaten". Die Links-Politikerin tritt am Sonntag neben Asfura auch gegen den ebenfalls rechtsgerichteten Fernsehmoderator Salvador Nasralla an.
Ebenfalls am Freitag hatte Trump die Begnadigung des honduranischen Ex-Präsidenten Hernández angekündigt. Dieser sei "nach der Meinung vieler Menschen, die ich sehr schätze, sehr hart und ungerecht behandelt" worden, erklärte Trump. Hernández war im vergangenen Jahr von einem Gericht in New York wegen internationalen Drogenhandels zu 45 Jahren Haft verurteilt worden.
Am Sonntag werden in Honduras neben einem neuen Präsidenten oder einer neuen Präsidentin auch 128 Abgeordnete und hunderte Bürgermeister gewählt. Überschattet wird die Wahl von gegenseitigen Betrugsvorwürfen. Honduras gilt als eines der instabilsten Länder Lateinamerikas, den letzten Putsch hatte es im Jahr 2009 gegeben. Fast zwei Drittel der elf Millionen Einwohner leben in Armut, die über Jahrzehnte übliche Migration in die USA ist seit Trump kaum noch möglich.
W.Nelson--AT