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Prächtiger Empfang: Steinmeier zu Staatsbesuch in Spanien - Bundespräsident am Freitag in Guernica
Mit einer prächtigen Zeremonie am Königspalast in Madrid hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier seinen dreitägigen Staatsbesuch in Spanien begonnen, bei dem er auch die im Spanischen Bürgerkrieg durch deutsche Flieger zerstörte Kleinstadt Guernica besuchen wird. Steinmeier und seine Ehefrau Elke Büdenbender wurden am Mittwoch bei strahlendem Sonnenschein mit militärischen Ehren vor dem Königspalast von König Felipe VI. und Königin Letizia von Spanien empfangen.
In einem schwarzen Rolls-Royce Phantom des spanischen Königshauses wurden Steinmeier und Büdenbender vorgefahren und dann vom Königspaar begrüßt. Als die Königliche Garde die Nationalhymnen beider Länder spielte, feuerten Kanonen Salutschüsse ab. Im Anschluss wurde Steinmeier im alten Rathaus von Madrid von Bürgermeister José Luis Martínez-Almeida empfangen und bekam den goldenen Schlüssel der Stadt Madrid überreicht.
Auf dem Programm standen am Mittwoch außerdem eine Rede des Bundespräsidenten bei einer gemeinsamen Sitzung von Abgeordnetenhaus und Senat in Madrid und ein Besuch des Museums Reina Sofía, in dem das berühmte Gemälde "Guernica" von Pablo Picasso hängt. Es ist der erste Staatsbesuch eines deutschen Bundespräsidenten in Spanien seit dem Jahr 2002.
Am Donnerstag wird Steinmeier an einem deutsch-spanischen Wirtschaftsforum teilnehmen und Wirtschaftsvertreter beider Länder treffen. Der Bundespräsident trifft dann den spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez. Bei dem Gespräch soll es um die bilateralen Beziehungen, aber auch um internationale Themen wie die Unterstützung der Ukraine inmitten der schwierigen Verhandlungen für ein Ende des russischen Angriffskrieges gehen.
Steinmeier besucht am Donnerstag auch das legendäre Fußballstadion Bernabéu von Real Madrid. Dort wird er dem früheren Fußballnationalspieler und Real-Madrid-Star Toni Kroos das Bundesverdienstkreuz verleihen.
Am Freitag wird Steinmeier als erstes deutsches Staatsoberhaupt die baskische Stadt Guernica besuchen, die am 26. April 1937 bei einem Luftangriff durch den deutschen Luftwaffenverband "Legion Condor" fast vollständig zerstört wurde. Adolf Hitler hatte im Spanischen Bürgerkrieg (1936 bis 1939) den rechten Putsch-General und späteren Diktator Francisco Franco im Kampf gegen die Linksregierung der Spanischen Republik unterstützt.
Der Angriff auf Guernica (baskisch: Gernika) sorgte international für Entsetzen und wurde zum Symbol für eine grausame und gegen die Zivilbevölkerung gerichtete Kriegsführung. Picasso hielt das Grauen in seinem berühmten Werk "Guernica" für die Ewigkeit fest.
Erst zum 60. Jahrestag der Bombardierung Guernicas bekannte sich 1997 der damalige Bundespräsident Roman Herzog zu einer "schuldhaften Verstrickung deutscher Flieger" und bat die Bewohner von Guernica um "Versöhnung". Steinmeier ist nun der erste Bundespräsident, der in die unweit von Bilbao gelegene Stadt reisen wird. Auch der spanische König wird nach Guernica reisen.
Steinmeiers Spanien-Reise erfolgt kurz nach dem 50. Jahrestag des Todes des spanischen Diktators Franco. Der Tod des Diktators am 20. November 1975 war der Beginn des Übergangs Spaniens zu einer Demokratie.
Steinmeiers Besuch folgt zudem wenige Monate auf den von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in Madrid. Merz hatte den spanischen Regierungschef Sánchez Mitte September getroffen.
W.Stewart--AT