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Russische Drohnen über Polen: Merz sieht "Gefährdung des Friedens in ganz Europa"
Nach dem Eindringen zahlreicher russischer Kampfdrohnen in den polnischen Luftraum sieht Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) den Frieden in Europa gefährdet. Er teile die Einschätzung des polnischen Regierungschefs Donald Tusk, "dass dies eine ernsthafte Gefährdung des Friedens in ganz Europa ist", sagte Merz am Mittwochabend in Berlin.
Es handele sich um eine "neue Qualität von Angriffen, die wir aus Russland sehen", und er teile Tusks Einschätzung, dass "die russische Darstellung, dies sei ein Zufall oder ein Versehen gewesen, nicht glaubhaft ist", betonte Merz. Innerhalb der Nato und der EU müssten nun die Konsequenzen des Vorfalls besprochen werden.
Es sei festzustellen, dass die Nato-Luftabwehr funktioniert habe, "aber selbstverständlich nicht so gut, wie sie hätte funktionieren müssen, um das Eindringen einer solch großen Zahl von Drohnen in den polnischen Luftraum frühzeitig zu verhindern", sagte Merz. Dies werde Diskussionen innerhalb der Nato auslösen. Deutschland und die Nato blieben entschlossen, "die Verteidigungsbereitschaft und die Verteidigungsfähigkeit des europäischen Teils der Nato signifikant zu erhöhen".
Nach polnischen Angaben waren in der Nacht zum Mittwoch mindestens 19 russische Drohnen in den polnischen Luftraum eingedrungen, mindestens drei von ihnen wurden abgefangen. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges in der Ukraine 2022 haben Polen und die Nato-Staaten im Baltikum immer wieder Verletzungen ihres Luftraums durch russische Drohnen gemeldet. Bislang waren aber nie derart viele Drohnen in den Luftraum eines Nato-Mitglieds eingedrungen, zum ersten Mal wurden zudem russische Drohnen abgeschossen.
H.Gonzales--AT