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Präsidentschaftswahl in Polen: Trzaskowski baut knappen Vorsprung gegenüber Nawrocki leicht aus
Nach der Stichwahl um das Präsidentenamt in Polen hat sich am Sonntagabend ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem Pro-Europäer Rafal Trzaskowski und dem Nationalisten Karol Nawrocki abgezeichnet. Der jüngsten Prognose des Meinungsforschungsinstituts Ipsos zufolge konnte Trzaskowski seinen hauchdünnen Vorsprung gegenüber Nawrocki von 0,6 Prozentpunkten leicht ausbauen - er kam demnach auf 50,7 Prozent der Stimmen, Nawrocki auf 49,3 Prozent. Unmittelbar nach Schließung der Wahllokale hatte Trzaskowski bei 50,3 Prozent gelegen, Nawrocki bei 49,7 Prozent.
Der dem polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk politisch nahestehende Kandidat Trzaskowski sagte nach der Veröffentlichung der ersten Umfrage-Ergebnisse am Sonntagabend vor seinen Anhängern: "Wir haben hauchdünn gewonnen." Er dankte seinen Wählern und fügte hinzu: "Ich habe gesagt, es würde sehr knapp werden."
Der nationalistische Kandidat Karol Nawrocki sagte seinerseits angesichts des knappen Unterschieds zwischen beiden Kandidaten: "Wir werden heute Nacht gewinnen."
Mit dem vorläufigen Ergebnis wurde erst für Montag in den frühen Morgenstunden gerechnet. "Wir haben eine schlaflose Nacht vor uns", sagte die Abgeordnete Dorota Loboda von der liberal-konservativen Bürgerplattform bei der Wahlveranstaltung ihres Kandidaten Trzaskowski.
Die Wahl galt als möglicherweise richtungsweisend nicht nur für Polen, sondern für ganz Europa: Ein Sieg Trzaskowskis würde dem liberal-konservativen Regierungschef Donald Tusk und dessen Reformen neuen Schwung geben. Diese waren vom bisherigen, rechtsnationalen Präsidenten Andrzej Duda blockiert worden.
Nawrocki hingegen, der wie Duda von der vorherigen rechtsnationalistischen Regierungspartei PiS unterstützt wird, könnte die bisher starke Unterstützung Polens für die Ukraine in Frage stellen. Sollte er gewinnen, halten manche Beobachter in der Folge sogar Neuwahlen des Parlaments in Polen für möglich.
B.Torres--AT