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Massive ukrainische Angriffe auf die Krim - Russische Behörden stellen Treibstoffverkauf ein
Nach massiven ukrainischen Angriffen auf die von Russland besetzte Halbinsel Krim ist der Verkauf von Treibstoff dort nach Angaben der von Moskau eingesetzten Behörden eingestellt worden. Seit 9.00 Uhr (Ortszeit, 8.00 Uhr MESZ) werde kein Treibstoff mehr verkauft, teilte Gouverneur Sergej Aksjonow am Sonntag mit. Bei den Angriffen wurden Aksjonow zufolge vier Menschen getötet und 28 weitere verletzt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von Angriffen auf beiden Seiten der Krim-Brücke, die das russische Festland und die Halbinsel verbindet.
Der Verkaufsstopp für Treibstoff galt Aksjonow zufolge auch für private Unternehmen. Staatliche Firmen erhielten jedoch weiterhin Treibstoff. "Kraftstoff wird ausschließlich an öffentliche Einrichtungen abgegeben, die für die kritische Infrastruktur und die Sicherheit der Republik Krim zuständig sind", fügte Aksjonow hinzu. Nach Angaben des örtlichen Energieunternehmens Krymenergo waren Teile der Halbinsel ohne Strom.
Ein weiterer Mensch wurde bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf eine Fähre getötet, die zwischen dem russischen Bezirk Temrjuk und der im Osten der Krim gelegenen Halbinsel Kertsch verkehrte, wie die russischen Behörden mitteilten. Demnach trafen die Angriffe auch ein Öllager in der südrussischen Region Krasnodar.
Selenskyj zufolge griff die ukrainische Armee "die militärische Logistik der Besatzer, die Erdölindustrie und die Luftverteidigung" an. Anvisiert wurden "maritime Logistikinfrastruktur, die für den Transport von Erdöl in die Region Krasnodar genutzt wird, sowie ein Öllager in Kertsch", wie Selenskyj im Onlinedienst X erklärte. Auch die Krim-Brücke selbst sei getroffen worden, sowie Radar- und Luftabwehrsysteme. Die Angriffe seien "eine gerechte Antwort auf Russlands brutale Angriffe auf unser Volk", fügte er hinzu.
Die ukrainische Armee hatte zuletzt verstärkt russische Raffinerien, Ölpipelines und Treibstofflager ins Visier genommen. Am Dienstag wurde eine große Raffinerie in der russischen Hauptstadt Moskau attackiert. Nach einer Analyse des US-Unternehmens Energy Intelligence konnte die Ukraine mit ihren Attacken ein Drittel der russischen Raffinerie-Kapazitäten lahmlegen. Mehrere Tankstellen in Russland mussten in diesem Monat Treibstoffrationierungen einführen. Treibstoffexporte sind bereits seit April verboten.
Außerdem gab es immer wieder Angriffe auf strategisch wichtige Straßen und Bahnverbindungen. Anfang Juni war der Zugverkehr auf der Krim nach ukrainischen Attacken ganz ausgesetzt worden. Russland hatte die ukrainische Halbinsel im Jahr 2014 besetzt.
Auf ukrainischer Seite wurden in der Nacht zum Sonntag drei Menschen bei russischen Angriffen getötet. Bei Angriffen in drei Bezirken in der ostukrainischen Region Dnipropetrowsk habe es ein Todesopfer und neun Verletzte gegeben, teilte der örtliche Gouverneur Oleksandr Hanscha im Onlinedienst Telegram mit. In der ostukrainischen Region Poltawa wurden am Samstagabend bei einem russischen Angriff zwei Menschen getötet und 13 weitere verletzt, wie die örtlichen Behörden mitteilten.
Selenskyj erklärte, die russischen Streitkräfte hätten "allein in dieser Woche rund 2200 Kamikaze-Drohnen, mehr als 1800 gelenkte Fliegerbomben und 87 Raketen verschiedener Typen gegen die Ukraine eingesetzt". Bemühungen um eine Beendigung des seit mehr als vier Jahren andauernden Krieges treten seit Monaten auf der Stelle.
N.Mitchell--AT