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Boeing-Chef will bei US-Senatsanhörung "schwere Fehltritte" des Flugzeugbauers einräumen
Boeing-Chef Robert "Kelly" Ortberg will nach Angaben seines Unternehmens bei einer Anhörung im US-Senat am Mittwoch "schwerwiegende Fehltritte" des US-Flugzeugbauers einräumen. "Boeing hat in den vergangenen Jahren schwerwiegende Fehltritte begangen - und das ist inakzeptabel", wird Ortberg laut dem am Dienstag vorab veröffentlichten Wortlaut sagen. In einer Mitteilung an die Mitarbeiter erklärte Ortberg, dass seine Aussage entscheidend sei, um "das Vertrauen" in den kriselnden Konzern "wiederherzustellen".
Ortberg wird demnach auch Boeings Verantwortung für die Abstürze von zwei Boeing-Maschinen mit insgesamt 346 Toten vor mehr als fünf Jahren anerkennen. Einige der Opfer-Angehörigen werden auch bei der Ausschussanhörung am Mittwoch erwartet.
Boeing steht nach einer Reihe von Pannen wegen Vorwürfen der Sicherheitsmängel an seinen Flugzeugen unter starkem Druck. Experten führen die Vorfälle auf Mängel bei Produktion und Wartung zurück.
Bei einem größeren Zwischenfall im Januar vergangenen Jahres war bei einer Boeing 737 MAX 9 der Fluggesellschaft Alaska Airlines während des Fluges ein Teil der Kabinenwand herausgebrochen, die Maschine musste notlanden. Auch in den Folgemonaten kam es zu Zwischenfällen: Im März löste sich während des Abflugs einer Boeing 777 ein Rad, im April musste der Start einer 737 wegen eines Motorschadens abgebrochen werden.
Die Zwischenfälle wirkten sich auch auf die Unternehmensbilanz aus: Im Januar meldete Boeing ein Minus von 3,9 Milliarden Dollar zum Ende des Jahres 2024. Das Unternehmen führte die hohen Verluste maßgeblich auf einen 50 Tage andauernden Streik in zwei zentralen Werken in den USA zurück.
Zudem ist Boeing in Folge zweier Flugzeugabstürze seit Jahren in einen zähen Rechtsstreit mit den US-Behörden verwickelt. Die 737-MAX-Maschinen waren im Oktober 2018 in Indonesien und im März 2019 in Äthiopien abgestürzt. Alle Maschinen dieses Typs wurden daraufhin weltweit für 20 Monate stillgelegt.
Im April 2019 räumte Boeing ein, dass es bei der 737 MAX Probleme mit einer Stabilisierungssoftware gegeben habe. Die Software wurde von dem Unternehmen als Konsequenz aus den beiden Unglücken überarbeitet. Zuletzt hatte das "Wall Street Journal" unter Berufung auf anonyme Angaben berichtet, dass sich das Unternehmen eine "mildere Behandlung" durch das Justizministerium unter Präsident Donald Trump erhoffe.
Ch.Campbell--AT