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Moskau: Westen muss mit Ukraine-Gesprächen "Vernichtung" von Bevölkerung verhindern
Russland hat an den Westen appelliert, mit dem raschen Beginn von Verhandlungen über die Zukunft der Ukraine die "Vernichtung" der dortigen Zivilbevölkerung zu verhindern. Der Westen könne entweder weiterhin die Ukraine "und die Vernichtung der ukrainischen Bevölkerung finanzieren oder die gegenwärtigen Realitäten anerkennen und mit Verhandlungen beginnen", sagte am Donnerstag der Sekretär des russischen Sicherheitsrats, Sergej Schoigu. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wies Zugeständnisse an Russland als "inakzeptabel" und "selbstmörderisch" zurück.
Schoigu, langjähriger Verteidigungsminister, verwies laut russischen Nachrichtenagenturen bei dem Treffen mit Sicherheitsverantwortlichen aus ehemaligen Sowjetrepubliken darauf, dass die derzeitige Lage auf dem Schlachtfeld "nicht günstig für Kiew ist". Die westlichen Hoffnungen auf eine russische Niederlage hätten sich "zerschlagen".
Selenskyj sagte beim Gipfel der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG) in Budapest, einige europäische Politiker drängten ihn, Kremlchef Wladimir Putin "nachzugeben, einen Rückzieher oder Zugeständnisse zu machen". Dies aber wäre "inakzeptabel für die Ukraine und selbstmörderisch für ganz Europa".
Selenskyj kam zudem auf die nordkoreanischen Truppen zu sprechen, die laut Angaben Washingtons und Kiews nach Russland entsandt wurden, um im Ukraine-Krieg eingesetzt zu werden. Nordkorea führe "tatsächlich Krieg in Europa", sagte Selenskyj laut Redemanuskript, das der Nachrichtenagentur AFP vorlag. "Nordkoreanische Soldaten versuchen, unsere Bürger auf europäischen Boden zu töten", hieß es.
Nato-Generalsekretär Mark Rutte betonte angesichts des Wahlsieges von Donald Trump bei der US-Präsidentschaftswahl die Notwendigkeit von Gesprächen mit Trump über den russischen Krieg in der Ukraine und Moskaus Allianzen. "Wir sehen mehr und mehr, dass Nordkorea, der Iran, China und natürlich Russland zusammen gegen die Ukraine arbeiten", sagte Rutte in Budapest.
Dem Iran wird vorgeworfen, Russlands Krieg gegen die Ukraine mit Raketen und Drohnen zu unterstützen. China steht im Verdacht, Produkte an Russland zu liefern, die sowohl im zivilen als auch im militärischen Bereich eingesetzt werden können, sogenannte Dual-Use-Güter.
Die Zusammenarbeit zwischen China, Nordkorea, Russland und dem Iran werde "mehr und mehr zur Bedrohung", sagte Rutte weiter. Das gelte nicht nur für die europäischen Länder der Nato, "sondern auch für die Vereinigten Staaten", fügte er hinzu."Ich freue mich darauf, mit Donald Trump darüber zu sprechen, wie wir diese Bedrohungen zusammen angehen können."
Derzeit ist fraglich, inwiefern die USA, bisher der wichtigste militärische Verbündete der Ukraine, das Land unter Trump weiter unterstützen. Der Republikaner hat die massiven US-Hilfen für das von Russland angegriffene Land heftig kritisiert.
Nach Angaben der US-Regierung und der Ukraine entsandte Nordkorea in den vergangenen Wochen mehr als 10.000 seiner Soldaten in die russische Grenzregion Kursk, um die russische Armee im Kampf gegen die ukrainische Armee zu unterstützen.
Vor diesem Hintergrund schließt auch der große Waffenexporteur Südkorea direkte Waffenlieferungen an die Ukraine nicht mehr aus. "Je nach dem Grad der nordkoreanischen Beteiligung werden wir unsere Unterstützungsstrategie nun schrittweise anpassen", sagte Präsident Yoon Suk Yeol in Seoul. "Das bedeutet, dass wir die Möglichkeit von Waffenlieferungen nicht ausschließen."
Unterdessen meldeten die ukrainischen Behörden "massive" Drohnenangriffe auf Kiew. In der ukrainischen Hauptstadt ertönte ab kurz nach Mitternacht etwa acht Stunden lang Luftalarm, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Zudem waren Drohnen und Luftabwehrsysteme zu hören.
"Der Angriff erfolgte in mehreren Wellen und aus verschiedenen Richtungen", teilte die Kiewer Militärverwaltung mit. 36 Drohnen seien abgewehrt worden. In sechs Stadtteilen seien Trümmerteile niedergegangen, wodurch zwei Menschen verletzt worden sein. In einem 30-stöckigen Wohnblock im Zentrum von Kiew brach ein Feuer aus, die Bewohner wurden evakuiert, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Zudem meldeten die regionalen Behörden jeweils ein Todesopfer aus den Regionen Cherson, Sumy und Saporischschja. In der Hafenstadt Odessa wurden AFP-Journalisten zufolge mehrere Gebäude durch Drohnenangriffe beschädigt.
Die russische Armee greift Kiew immer wieder mit Drohnen an und hat den Beschuss in den vergangenen Wochen verstärkt. Den Behörden zufolge wurde die Hauptstadt im November an bisher sechs Tagen angegriffen. Im Oktober seien es insgesamt 20 Tage gewesen.
A.Ruiz--AT