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Merz und Wüst beschwören Einigkeit der Union vor Entscheidung zu Kanzlerkandidatur
Vor der Entscheidung der Union über ihren Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 2025 mahnen CDU-Chef Friedrich Merz und NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) Geschlossenheit an. "Wir schauen auch darauf, wie CDU und CSU dicht beieinanderbleiben und gemeinsam in diesen Wahlkampf gehen", sagte Merz am Freitag dem Sender Welt TV. Auch Wüst beschwor den internen Zusammenhalt.
Die Union will nach der Landtagswahl in Brandenburg am 22. September über die Kanzlerkandidatur entscheiden. Merz bekräftigte diesen Zeitplan: Er und CSU-Chef Markus Söder "werden einen gemeinsamen Vorschlag machen im Spätsommer. Bei dem Fahrplan bleibt es."
Angesprochen auf Umfragen, in denen Söder als Kanzlerkandidat besser abschneidet als Merz, sagte der CDU-Chef: "Wir schauen natürlich auch auf diese Umfragen. Wir schauen auch auf andere Fragen."
Wüst sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstagsausgabe): "Wir brauchen keinen Streit, sondern Geschlossenheit in der CDU und der Union insgesamt. Denn es geht um die Zukunft unseres Landes. Für Deutschland steht viel auf dem Spiel."
Söder bekräftigte im Gespräch mit dem "Spiegel" seine Bereitschaft, Kanzlerkandidat zu werden. "Wir haben zwei starke und geeignete Parteivorsitzende. Einer von uns beiden wird dann der Kanzlerkandidat", sagte er dem "Spiegel". Die CDU als größere Partei habe in der Regel den Vortritt. "Aber wenn sie mich bittet, dann drücke ich mich nicht vor der Verantwortung."
Zu seinen Erwartungen an das Abschneiden bei der Bundestagswahl sagte Söder dem Magazin, "30 Prozent für die Union wären zu wenig, um eine stabile, erfolgreiche Regierung zu bilden". Merz habe gesagt, das Potenzial für die Union liege bei 35 Prozent plus X. "Ich teile diese Auffassung".
CDU und CSU sollten so stark werden, "dass man keine Notkoalition oder Wischiwaschi-Bündnisse bilden muss", sagte der bayerische Ministerpräsident. "Je schwächer wir abschneiden, desto mehr Kompromisse werden wir in einer möglichen Regierung machen müssen."
Eine Koalition mit den Grünen schloss Söder erneut aus. "Schwarz-Grün ist ein No-Go", sagte er. "Mit der CSU wird es Schwarz-Grün nicht geben." Söder bezeichnet die Grünen als "das fundamentale Gegenteil der Union, etwa in der Gesellschaftspolitik". Die Union müsse sich "grundsätzlich von den Grünen distanzieren". Allerdings regieren CDU und Grüne in mehreren Bundesländern miteinander, unter anderem in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg.
P.Hernandez--AT